NABU und Wildpark Lüneburger Heide
suchen Namen für Schneeleopardin

Lea
Die Schneeleopardin schlafend
Foto:Nabu
Berlin/Hannover. Der Naturschutzbund NABU und der Wildpark Lüneburger Heide haben gestern die vor gut fünf Wochen nach Deutschland eingeflogene Schneeleopardin präsentiert.

"Es ist fast nicht zu glauben, dass die Schneeleopardin ihr Martyrium überlebt und sich hier so prächtig eingelebt hat", sagte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojektes.

Der wohl schönste Leopard, der Schneeleopard (Panthera uncia), lebt in den Hochlagen der Mongolei, Tibet und Kirgisistan´s und zählt zu den besonders bedrohten Arten.

Das schwer verletzte und traumatisierte Tier war im Dezember vergangenen Jahres in einer spektakulären Rettungsaktion von der NABU-Wildhütergruppe "Bars" in Kirgisistan aus der Gewalt eines illegalen Händlerrings befreit worden.

"Das Tier hätte vermutlich nach China in einen Zirkus oder an Privatleute verkauft werden sollen, um später wegen seines Fells oder seiner Knochen getötet zu werden", sagte Birga Dexel.

Die Schneeleopardin hatte zuvor in einer Schlagfalle einen Zehenballen verloren und danach zwei Monate in einer engen Kiste vor sich hin vegetiert.

Wildhütergruppe
Wildhütergruppe Bars Foto:Nabu
Im Wildpark Lüneburger Heide hat die Schneeleopardin als erstes wildgefangenes Tier seit 12 Jahren im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ein vorläufiges Zuhause gefunden. Mit diesem Programm soll die genetische Vielfalt der in den europäischen Zoos lebenden und vom Aussterben bedrohten Wildtiere gefördert und gesichert werden.
Kirgisistan
Landschaft Kirgisistan
Foto:Nabu
Dank der liebevollen und fachkundigen Betreuung im Wildpark hat sich das Tier erstaunlich gut erholt und mit der mutigen Eroberung seiner neuen Umgebung begonnen.
"Die Kleine versteht sich bereits hervorragend mit unserer ausgewachsenen Schneeleopardin Lady und frisst unserem Pfleger aus der Hand", so Norbert Tietz, Direktor des Wildparks Lüneburger Heide.
Für die weitere Entwicklung der Schneeleopardin sei es entscheidend, ob sie in der im gleichen Gehege lebenden Artgenossin eine Ersatzmutter finde. Junge Schneeleoparden bleiben etwa eineinhalb Jahre bei ihren Müttern. Zur kompletten Einbürgerung in ihre neue Heimat fehlt dem Jungtier noch ein Name - dies soll sich rasch ändern.
NABU und Wildpark rufen daher zu einem Namenswettbewerb auf. Vorschläge gehen bitte schriftlich an die NABU-Bundesvertretung Berlin, Projekt Schneeleopard, Invalidenstraße 112, 10115 Berlin, oder per mail an bv.berlin@NABU.de.
Einsendeschluss ist der 23. Februar 2001.
Zu gewinnen gibt es eine einjährige Familienkarte für den Wildpark Lüneburger Heide, ein Schneeleo-T-Shirt und eine einjährige Schneeleo-Patenschaft.
Sie wollen helfen, die letzten wildlebenden Exemplare dieser wunderschönen Großkatze zu retten?
Die seit zwei Jahren aktive NABU-Wildhütereinheit kann eine bemerkenswerte Erfolgsbilanz vorweisen. Bislang wurde rund 100 illegalen Wilderern und Händlern das Handwerk gelegt und über 400 Fallen und Waffen beschlagnahmt.
Waffen und Schlingen
Konfiszierte Fallen und Schlingen
Foto:Nabu

Mit einer "Schneeleo-Patenschaft" oder auch einer einmaligen Spende helfen Sie, den vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden eine Zukunft zu geben.
NABU-Spendenkonto unter dem Stichwort "Schneeleopard": Nr. 100 100, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00. (NABU)
02.02.2001

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