"Globalisierung braucht universelle Ethik" |
| Jahresempfang 2001 der IHK Lüneburg-Wolfsburg | |
| Vor über 300 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft sprach der Leiter des Ulmer Forschungsinstitutes für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW), Prof. Dr.Dr. Franz Josef Radermacher über die Problematik von Nachhaltigkeit und universeller Ethik bei der ökonomischen Globalisierung und ihren Auswirkungen auf europäische Wirtschaftsstrukturen. | |
| "Wir brauchen vernünftige, weltweit ausgehandelte Rahmenbedingungen in der Ethik und in der Politik von sozial-kulturell-politischer sowie ökologischer Art.
Das Primat (Vorrang) der Politik über die Wirtschaft muss weltweit wiederhergestellt werden, was bedeutet, dass Rahmenbedingungen der Märkte politisch, d.h. durch Menschen verändert werden können, wenn durch Marktaktivitäten Verhältnisse entstehen, die wir als Menschen mehrheitlich ablehnen." |
![]() Jahresempfang 2001 der IHK Lüneburg-Wolfsburg in der Ritterakademie |
| Radermacher setzt zumindest 2 Ziele als Gegenstand einer universellen(Welt-)Ethik, die Beachtung der Würde des Menschen und der Erhalt einer intakten Umwelt. | |
![]() Prof. Dr.Dr. Franz Josef Radermacher weitere Informationen zur Person Radermachers |
Seiner Ansicht nach brauchen wir eine bessere Weltordnung, denn die heutige Weltordnung ist noch nicht nachhaltig und zukunftsfähig. Sie belohnt zu sehr eine Kurzfristorientierung, den Verzehr sozialen Kapitals und Umweltzerstörung.
In der europäischen Logik strebt man nicht nach einem "entfesselten" und von größtmöglicher Liberalisierung geprägten, sondern nach einem sozial entwickelten Markt. Der Weg, uns gegenüber "Giganten", wie den USA behaupten zu können, liegt für Radermacher in der Idee einer "Doppelstrategie". |
|
"Um im Wettbewerb der "Lösungen" mithalten zu können, müssen wir manchmal auch Dinge tun, die wir eigentlich nicht wollen und die dazu nicht immer "gut" sind.
Wir müssen uns aber dazu bekennen, dass es zwar nicht richtig ist, aber aus bestimmten Gründen notwendig, um in dem heutigen "heißen Biotop" überhaupt bestehen zu können. (Im Prinzip soll man die sozialen Werte der Marktwirtschaft über Bord werfen, um dadurch wieder auf sie zurückkommen zu können!?) | |
|
Einer "New Economy" nützt es auch nicht den Zugriff auf die Taschen zu teilen, wenn das Geld nicht mehr wird"!
Überdenkenswert war jedoch sein Ausspruch im Anschluß an die Veranstaltung beim Büfett:
Neben anderen provokanten Thesen wie, natürlich sind die "Opfer" die Mittelständler, die nicht weg können,... kam er letztendlich zu der Aussage: |
![]() Schostakowitsch-Quartett Hamburg: Stefan Czermak (1. Violine), Janusz Zis (2. Violine), Michael Kobus (Viola), Valeri Krivoborodov (Violoncello) |
| "Aufgrund unserer derzeitigen Wirtschaftskraft haben wir jede Möglichkeit und Chance um Partner zu finden für eine "Europäische Logik". Wir sind klug genug, um mit den Zwängen der Globalisierung umzugehen und nachhaltig Veränderungen herbeizuführen. Dabei müssen wir jedoch "Gewinner" bleiben, Regeln werden in der Regel nicht durch "Verlierer" geändert!" | |
"Die Zukunft gestalten"
| |
![]() Bernd Hansmann - Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg |
Der vor kurzem auf der Vollversammlung im Amt bestätigte IHK-Präsident Bernd Hansmann forderte in seiner Begrüssung dazu auf, der Politik bei der Bewältigung der anstehenden Probleme nicht allein das Feld zu überlassen.
In dem Slogan der Wirtschaftsjunioren "Die Zukunft gestalten", sieht er die Herausforderung an die Unternehmer, nicht nur auf Vorgaben der Politik zu reagieren, sondern aktiv den Rahmen mitzugestalten, in dem sie wirtschaften wollen. |
| Marktabschottung und Schutzmechanismen sind für Hansmann nicht die Antwort, - denn Fortschritt und neue Technologien lassen sich nicht ausbremsen!
"Nach dem Motto des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann: "Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte," müssen wir uns öffnen und sozialverträglich mitgestalten, - für Unternehmen und Mitarbeiter im Sinne unserer sozialen Marktwirtschaft. | |
|
Für die IHK bedeutet dieses, dass wir uns auch 2001 für eine mittelstandsfreundlichere Politik, für eine Verbesserung unserer regionalen Verkehrsstruktur und für die Optimierung der Ausbildungsplatzsituation einsetzen.
" Zu der Vielzahl von Aktivitäten für die regionale Wirtschaft zählen u.a. auch die Forderungen nach der Abschaffung der Ökosteuer, der Bau der Autobahnverbindungen A 14 und A 39, die Ertüchtigung des Schienennetzes durch das dritte Gleis und die Y-Trasse. "Mit der Arbeitsgruppe "Neue Medien", der Landesinitiative "B-oneline", dem Projekt "LOVE-IT", der Errichtung einer IHK-Online-Akademie, unserem Einsatz für die digitale Signatur, der Schaffung unserer IHK-Innovationsplattform etc. helfen wir mit, unsere Unternehmen fit für die neue Informations-und Wissensgesellschaft zu machen. In dieselbe Richtung zielt auch das IHK-Forum "Wirtschaft trifft Wissenschaft," betonte Hansmann in der Ritterakademie. |
![]() Von links nach rechts: Prof.Dr.Dr.Radermacher, IHK-Präsident Bernd Hansmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Jens Petersen |
"Der größte Feind der Innovation ist die Schublade" | |
|
Mit dieser Aussage in ihrem Grußwort sorgte Regierungspräsidentin Ulricke Wolff-Gebhardt nicht nur für allgemeine Erheiterung, sondern wies damit auch auf mögliche Hindernisse hin, die eine Geschäftsidee bis zu ihrer Realisierung begleiten können.
Ein gut funktionierendes Netzwerk und eine Verwaltung, die auch über "Grenzen" hinausgehen kann, ermöglichen erst eine gemeinsame Strategie im Wettbewerb mit anderen Regionen.
|
|
![]() Ulrike Wolff-Gebhardt Regierungspräsidentin Bezirksregierung Lüneburg |
Die IHK Lüneburg-Wolfsburg, die IHK Stade, die Handwerkskammer Lüneburg-Stade, die Lüneburger Hochschulen und andere Institutionen, Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten gemeinsam mit der Bezirksregierung und den kommunalen Verwaltungen an diesem Projekt mit dem Ziel, - die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der im Regierungsbezirk ansässigen kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. |
|
Die Region muss "sich aufstellen", präsent und konkurrenzfähig sein, wenn es sich um große Ansiedlungsprojekte handelt, aber sich auch "aufstellen" und aktionsfähig sein, wenn es darum geht, kleinen und mittleren Unternehmen und Existenzgründern zu helfen. In diesem Monat endet die zweijährige Projektzeit von RITTS.
In der Ritterakademie in Lüneburg werden am 18.01. 2001 die gemeinsam entworfenen Strategien und die begleitenden Projekte vorgestellt. Erstmals kann auch für den Regierungsbezirk Lüneburg ein Aktionsplan für die Innovationsförderung vorgelegt werden. | |
|
Um deutlich zu machen, dass diese Strategie in erster Linie der Wirtschaft dient, wird IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Petersen den Vorsitz im Lenkungsausschuss übernehmen.
Auch den vielen Unternehmerinnen und Unternehmern, die ehrenamtlich in den Arbeitsgruppen und im Lenkungsausschuß mitgearbeitet haben, ist es zu verdanken, dass dieses Netzwerk so erfolgreich aufgebaut wurde. |
![]() Marie-Luise und Jens Petersen |
|
In der partnerschaftlichen Kooperation hat sich aber auch gezeigt, dass persönliche Kommunikation nicht durch neue Kommunikationstechnologien ersetzt werden kann," so die Regierungspräsidentin.
Die Kommunikationsbereitschaft der Anwesenden war auch im Anschluss an die Reden und die musikalische Untermalung durch das "Schostakowitsch-Quartett" Hamburg, nicht zu übersehen. Viele Gäste nutzten neben dem Büfett sogar die Gelegenheit zu kleinen Diskussionen, u.a. angeregt durch den Festvortrag von Dr. Radermacher z.B. über Greencard, Euro, etc...IHK-Geschäftsführer Jens Petersen und Ehefrau Marie-Luise freuten sich besonders über den erfolgreichen Jahresempfang 2001 in der Ritterakademie in Lüneburg. | |