Schuften, schaffen, hoffen......Sandsäcke, Sandsäcke...und noch kein Ende..

Trotz vorsichtiger Entwarnung, die Pegelstände steigen nicht mehr, die Strömung nimmt ab, gibt es noch keinen Grund sich zu entspannen. Durch das "stehende" Hochwasser beginnen die Deiche langsam aufzuweichen.
 
Deichverstärkung bei Amt Neuhaus
Deichverstärkung bei Amt Neuhaus
Die größten Schwachpunkte sind die teilweise 100 Jahre alten "Sand- Deiche" der ehemaligen DDR im Amt Neuhaus bei Darchau, Neu Garge und Stiepelse.

Trotz der problematischen Umstände zeigt sich hierbei immer wieder der enorme Zusammenhalt der Menschen vor Ort, die Motivation der unzähligen freiwilligen Helfer und Helferinnen, die tagelang unermüdlich an den Sammelpunkten Sandsäcke füllten, um die Gemeinde Amt Neuhaus vor dem Schlimmsten zu bewahren.

 
Nahezu 8000 Helfer (2000 mehr als Einwohner der Gemeinde) der freiwilligen Feuerwehren, Bundeswehr, ASB, DRK, THW, Bundesgrenzschutz und viele andere sind rund um die Uhr im Einsatz für Amt Neuhaus.

Auf der anderen Elbseite, im Kohlehafen von Alt Garge schuften seit Tagen freiwillige Helfertrupps, wie Schulklassen, Kinderheime, Familien, Menschen aus dem gesamten Landkreis Lüneburg und weiter entfernt, die ihre Zeit bei guter Stimmung opfern, um sich für die Gemeinden Bleckede und Amt Neuhaus einzusetzen.

Unermüdlich werden Sandsäcke geschleppt
Unermüdlich werden Sandsäcke geschleppt
 
Eine Schute wird beladen
Eine Schute wird beladen
Die gefüllten Säcke mußten teilweise in Schuten verladen und bei Neu Garge über die Elbe gezogen werden.

Die Gemeindeverwaltung in Amelinghausen wurde kurzerhand auf "Notbetrieb" umgeschaltet und sogar Samtgemeindedirektor Helmut Völker kam mit seinen KollegeInnen mehrere Tage zum "Schippen" nach Alt Garge.

 
Im Amt Neuhaus legten auch die MitarbeiterInnen vom Lüneburger Amt für Agrarstruktur (AfA), einschließlich Leiter Hartmut Trichterborn, kräftig Hand an.

Auch wenn man in den nächsten Tagen endlich Herr der Lage sein sollte, ist bereits eine weitere "kleine Katastrophe" im Anmarsch, die möglicherweise noch weit mehr helfende Hände benötigen wird.

Helfer
Sandsäcke, Sandsäcke, Sandsäcke...
 
"Der Abtransport und die künftige Verwendung der Sandsäcke!"

Gemeindeeigene Säcke sollen gelehrt, getrocknet und eingelagert oder an vorhandene Verleiher zurückgegeben werden. Die Plastiksäcke werden entsorgt, nicht naß gewordener Sand an Kindergärten verschenkt, oder möglicherweise als Bausand genutzt; gekaufte Säcke müssen beim Käufer verbleiben.

 
Säcke, Säcke, Säcke
Sandsäcke sind vielseitig verwendbar...
Der "millionenschwere" Sack- Vorrat im Amt Neuhaus kann jedoch nicht mehr allein von "Freiwilligen" abgetragen werden.

Voraussichtlich benötigt man sogar "schweres Gerät" von THW und Bundeswehr, um die entstandenen "Sacklandschaften" und auch die Berge an gelben Säcken mit Versorgungsmüll der Helferbrigaden wieder aus dem Amt Neuhaus zu schaffen.

Darauf die spontane Antwort eines Neuhausers: "Ausschütten und Aufschütten, bis das Amt hoch genug ist. Dann haben wir endlich einen schönen Strand und ihr habt beim nächsten Mal frei!"

25.08.2002
 
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