Weltbevölkerung steigt bis 2070 auf neun Milliarden.

Im Jahr 2100 leben 8,4 Mrd. Menschen auf der Erde

 
Laxenburg.
Im Jahr 2070 wird die Weltbevölkerung ihren Höhepunkt erreichen, davor wird es zu keiner Bevölkerungsabnahme kommen.
Dies ist die Erkenntnis aus einer Studie, die vom österreichischen Institut für Angewandte Systemanalyse durchgeführt wurde.
Die Kernaussage der Untersuchung ist, dass bis zum Jahr 2070 mehr als neun Mrd. Menschen auf diesem Planeten leben werden.
Die im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichte Studie beinhaltet mehrere Prognosen unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte und Wahrscheinlichkeiten.

Den Berechnungen zufolge wird das Populationswachstum mit einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit noch vor dem Jahr 2100 eine Ende finden.
Auf Basis des heutigen Levels von rund sechs Mrd. Erdenbürger bedeutet dies eine 50-prozentige Steigerung.
Bis 2100 soll die Kopfzahl laut Modellrechnungen auf 8,4 Mrd. zurückgehen.
Die Vereinten Nationen rechnen für diesen Zeitpunkt vergleichsweise mit einer Mrd. Menschen mehr.

Studienleiter Wolfgang Lutz meinte dazu, jene, die sich um einen Nahrungsmittelengpass und die Umweltbeeinträchtigung durch die steigende Bevölkerungszahl sorgen, könnten jubeln.

Die Studie impliziert allerdings auch eine ständig zunehmende Veralterung der Bevölkerung. "Wir nehmen an, dass die zunehmende Modernisierung der Gesellschaft, zu einer sinkenden Geburtenrate von 1,5 bis maximal zwei Kinder pro Frau führen", so Lutz.
Die Vereinten Nationen sind der Ansicht, dass sich diese Zahl bei zwei Geburten pro Frau stabilisieren wird.
Infolgedessen wird laut Lutz im Jahr 2100 ein Drittel der Menschen über 60 Jahre alt sein; derzeit hat ein Zehntel diese Altersgrenze überschritten.
Zu Verschiebungen wird es auch bei den Anteilen der Kontinente an der Weltbevölkerung kommen: Während in Europa derzeit zehn Prozent aller Menschen leben, werden es in 99 Jahren nur noch sechs Prozent sein.
Gleichzeitig wird der Anteil Afrikas von aktuell 13 Prozent auf 22 Prozent steigen.
Bestätigt wird Lutz von John Bongaarts vom Population Council in New York: "Die Welt wird weniger europäisch, weniger weiß und weniger nord-amerikanisch."
-pt/ae-
07.01.2002
 
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