Käßmann lehnt Kernenergie als unverantwortlich ab - Bischöfin beim Gottesdienst zum 15. Jahrestag von Tschernobyl |
| Hannover. Bischöfin Margot Käßmann hat die Nutzung der Atomenergie
als unverantwortlich bezeichnet. Sie habe unglaublich viele Opfer gefordert,
beklagte sie. In einem Gottesdienst zum 15. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe
sagte die hannoversche Landesbischöfin, es sei verantwortungslos, auf
eine Energiequelle zu setzen, die nicht fehlerfreundlich sei. Gleichzeitig würdigte sie die langfristige Hilfsbereitschaft für die Opfer, etwa im Rahmen der Hilfe für Tschernobyl-Kinder in der Evanglisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Käßmann sprach von dem Leid in Weißrussland, wo heute zwei Drittel aller Kinder krank zur Welt kämen. Sie erinnerte auch an die Atomwaffentests der USA und Frankreichs im Pazifik und ihre Folgen für die Bevölkerung. Die unsichtbare, vernichtende Kraft der atomaren Strahlung werde zu Recht gefürchtet, sagte die Bischöfin. Spürbar habe sie das auch erfahren an der Verzweiflung der Menschen in Lüchow-Dannenberg beim Castor-Transport. Nicht Gott habe weggeschaut, als das Unglück in Tschernobyl geschah, sagte Käßmann, sondern Menschen müssten Verantwortung übernehmen. Die Gesellschaft sei geprägt von der Haltung, selbst alles machen und beherrschen zu können. Damit setzten sich Menschen an Gottes Stelle. Spuren Gottes seien hingegen dort zu finden, wo Menschen Solidarität übten und zum Beispiel Kinder aus den verstrahlten Regionen zu Erholungsferien aufnähmen. Sie hob auch das Vertrauen der Eltern in Weißrussland hervor, die ihre Kinder fremden Menschen in Deutschland anvertrauen. -epd- 02.05.2001 |
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