Radio ffn-Gewinnspiel
"Eine Million für den Superzehner"

Auf einen fast frisch gebackenen Millionär wartet
der Staatsanwalt
Elbmarschpost
 
Hannover.
Am Montag, den 22.10.01 um 13.00 Uhr erhielt die Redaktion der Elbmarsch-Post eine Pressemitteilung von Radio ffn: "radio ffn vergibt höchsten Einzelgewinn in der deutschen Radiogeschichte.

Frisch gebackener Millionär fassungslos."
Präsentiert wird ein Gewinner, der einen 10-DM-Schein mit der Seriennummer GS1955349D2 vorweisen kann.
Genau die Seriennummer, die am Freitag, den 19.10.01 im radio ffn-Frühstücksclub bekanntgegeben wurde.

Der Gewinner, Frank, (33) aus Emden: "Ich hatte totales Herzrasen", Franks Stimme zittert immer noch, wenn er sich an die aufregendsten Minuten seines Lebens erinnert.

"Als ich dann die Nummer der ffn-Hotline wählte, hatte ich das Gefühl, keinen einzigen Ton rausbringen zu können."
Innerhalb von acht Stunden musste Frank dann den ffn-Superzehner bei radio ffn vorlegen.
Nur 18 Minuten vor Ablauf der Frist - um 14.52 Uhr - erreichte er das ffn-Funkhaus und übergab Rechtsanwältin Viola Rust den ffn-Superzehner.
Damit schien es, als wäre das radio ffn-Gewinnspiel "Eine Million für den Superzehner" beendet.Jetzt steht fest: Der 10-DM-Schein war manipuliert!


Noch steht die letzte chemische Überprüfung in der Bundeszentralbank Frankfurt aus.
Von links: ffn-Programmdirektor Rainer M. Cabanis, der mögliche Millionär Frank aus Emden und der Chefkassierer Carsten Hennig. Verhaltene Optimismus bei Frank.


Der 10-DM-Schein mit sehr verwischter Seriennummer.. Um 16 Uhr wurde zweifelsfrei festgestellt, daß der Schein echt ist, die Seriennummer aber gefälscht wurde. ffn hat Anzeige wegen Betruges gegen Frank aus Emden erstattet. Fotos: ffn

Zwar handelt es sich laut Angaben der Deutschen Bundesbank in Frankfurt nicht um eine "Blüte", doch steht eindeutig fest, dass die Seriennummer des Geldscheins verfälscht ist. Damit bewies am Freitag, 19. Oktober 2001, der Kreissparkassen-Kassierers Carsten Henning (38) den richtigen Riecher.
Sein Urteil bei einer ersten Prüfung des Scheins: "Der Schein fühlt sich echt an. Im normalen Kassengeschäft hätten wir diesen Geldschein akzeptiert. Aber wegen der starken Verbrauchsspuren im Bereich der Seriennummer besteht eine minimale Restunsicherheit."
Deswegen bat radio ffn die Landeszentralbank Hannover um weitere Überprüfung.

Am Montag Vormittag teilte diese mit, dass der Schein selbst zweifelsfrei echt, also keine "Blüte" sei. Jedoch verwiesen auch hier die Prüfer auf die Auffälligkeit bei der Seriennummer.
Ihr Vorschlag: Den Schein zur endgültigen Überprüfung an die Deutsche Bundesbank - denn nur dort gibt es das technische Gerät zur Überprüfung der Seriennummer - senden.
Die Experten der Falschgeldstelle der Deutschen Bundesbank bestätigten am Montag gegen 16.00 Uhr den Betrugsverdacht. Roland Müller, Sachverständiger für Banknotenfälschung bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main erklärte gegenüber radio ffn: "Die beiden Seriennummern sind manipuliert.
Das heißt, die beiden Notennummern wurden durch Rasur mit einem Federnmesser, mit einem Skalpell oder desgleichen komplett entfernt. Dann wurden die aufgerauten Stellen wieder geglättet und mit einem Laserdrucker oder einem Laserkopierer wurden die neuen Notennummern aufgebracht."

Dazu radio ffn-Geschäftsführer Wilfried Sorge: "Wir sind schockiert, dass wir beinahe auf eine Manipulation hereingefallen wären. Offensichtlich muss man mit allem rechnen, wenn es um eine Million geht - was wir zum Glück auch getan haben.
Jetzt werden wir den Fall unverzüglich der Staatsanwaltschaft übergeben. Dienstag früh geht das Spiel um die Million weiter. Wir hoffen auf einen ehrlichen Hörer, der uns doch noch um eine Million erleichtert." -wh-

25.10.2001

 
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