Der Arbeitswelt der Schülerinnen näher kommen

Neue "Lernpraxis" der BBS III verbessert die Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Arztpraxen

 

Die Koordinatorin der Abteilung Gesundheit der Berufsbildenden Schulen III, Frau Dr. Regina Plath hatte bereits bei der Vorstellung der neu eingerichteten "Lernpraxis" Ende letzten Jahres auf die Notwendigkeit der Verbesserung des an der "Arbeitswelt orientierten Lernens" hingewiesen.

"Grundlegende Umstrukturierungen in der ärztlichen Praxis wie z.B. die Bewältigung moderner Medizin, Informations- und Kommunikationstechniken verlangen eine Neuordnung im Ablauf des Berufsschulunterrichts. Von der Berufsschule wird künftig die "Vermittlung einer beruflichen Handlungskompetenz mit fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Ausprägungen" erwartet. Arbeitsabläufe sollen komplexer, vernetzter und eigendynamischer in einen kooperativen Zusammenhang gestellt, berufsrelevante Handlungssituationen als Einheit von Planung, Durchführung und Kontrolle - im Team - in der sogenannten "Lernpraxis" bewältigt werden.."

Die heutige "Lernpraxis", die "nachgestaltete Arztpraxis" gilt als ideale Ergänzung zum theoretischen Unterricht und zu den wesentlichen Arbeitsbereichen einer Arztpraxis. Die Schülerinnen sollen im Rollenspiel, anhand von Fallbeispielen die Patienten in verschiedenen Funktionsbereichen (Lerninseln) wie Anmeldung, Diagnostik, Labor, Therapie, Abrechnung ,...durch die Praxis begleiten.

Schulleiter Michael Jungfer bezeichnete die "Lernpraxis" als "Wunschkind", das auf Initiative des Kollegiums der Abteilung Gesundheit und nicht wie oft im Bildungsgeschehen auf Anordnung oder eines weisen Winks von oben aus der Taufe gehoben wurde. Ausbildung ist nur dann erfolgreich, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiteten. Das Duale System kann nur funktionieren,

wenn auch verstärkt Ärzte/Ausbilder in den Unterricht kommen, das Bildungsangebot der Berufsschulen unterstützen. Michael Jungfer: "In diesem Sinne wünsche ich mir den Ausbau und wenn nötig die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Praxen, der Kammer und der Schule!"

Sechs "Lerninseln" (L.1-6) der neuen "Lernpraxis" beim Fall "Molotow"
L.1 : Herr Molotow hat im Urlaub einen Herzanfall und kommt von seiner Frau gestützt in eine Arztpraxis. Die Arzthelferin hat Wochenendbereitschaft, nimmt die Daten auf und kümmert sich in angemessener Weise um den "Notfallpatienten" und dessen Angehörigen.
L.2 : Hier entnehmen und bearbeiten die Schülerinnen ein Informationsblatt über die koronare Herzkrankheit (KHK) und Risikofaktoren.
L.3 : Der Blutdruck von Patient Molotow wird gemessen, Arterienpuls wird geprüft.
L.4 : Simulation der Blutentnahme
L.5 : Durchführung des notwendigen EKG
L.6 : Abrechnungsmodalitäten (Verwaltung) nach dem "Notfallschein" werden durchgespielt, ein Rezept ausgefüllt.

Durch die Übungsfelder "Lerninseln" erlangen die Schülerinnen mehr Sicherheit und Eigenverantwortung und lernen Ausbildungsinhalte kennen, die in Facharztpraxen häufig aus Zeitmangel nicht vermittelt werden können. Dazu erhalten alle Schülerinnen aus verschiedenartigen Praxen die "gleiche Chance" für das Bestehen der Prüfung. Dr. Plath: "Eine mitdenkende und praxisnah ausgebildete Arzthelferin arbeitet effektiver und hat dadurch mehr Zeit für den Patienten Dies führt zu einer stärkeren Patientenbindung und zu einer besseren Akzeptanz der Arztpraxis und damit zu einem besseren Marketing."

BBS III benötigt zahnärztlichen Behandlungsstuhl!

Für den Ausbildungsberuf "Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r)" gilt seit dem 01. 08. 2001 eine neue Ausbildungsverordnung. Theoretische und praktische Unterrichtsinhalte sollen jetzt in Kombination aus Rollenspiel und Fallstudie unter Einbeziehung moderner Technologien in komplexe Praxisabläufe integriert werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn passende Räumlichkeiten sowie ein zahnärztlicher Behandlungsstuhl vorhanden ist. Der BBS III wurde unlängst ein gut erhaltener, gebrauchter Zahnarztstuhl, einschl. OP-Leuchte (Preis € 1500.- / ca. t 1500) angeboten.

Da der Schule z. Zt. keine Gelder zum Kauf eines Behandlungsstuhles und für die notwendigen Umbaumaßnahmen zur Verfügung stehen, geht die Bitte der Schule an die Zahnärzte,
an die Ausbilder/ Innen und ArbeitgeberInnen der zukünftigen Zahnmedizinischen Fachangestellten, diese notwendigen Maßnahmen (gegen Spendenbescheinigung) finanziell zu unterstützen!
Spendenkonto/ BBS III, Abteilung Gesundheit: Landkreis Lüneburg, Sparkasse Lüneburg, BLZ 24050110, Kto.-Nr. 3871 / Haushaltsstelle 02.2503.3681
-fr-
10.01.2002

 
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