Adendorf stösst an seine Grenzen Einwohnerzahl schrumpft - Grundstückspreise steigen

 
(Adendorf. Das Wachstum der Gemeinde Adendorf stösst an seine Grenzen: wuchs die Einwohnerzahl zwischen 1970 und 1990 von 5.000 auf 8.500 Einwohner, so stagniert diese Zahl seit etwa fünf Jahren bei rund 9.600 Einwohnern.

"Stirbt Adendorf aus?" fragte daher jetzt die SPD in einer Podiumsdiskussion unter der Leitung der Ortsvereinsvorsitzenden Elke Stange im Sporthotel. Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, meint Adendorfs Bürgermeister Rainer Stoephasius, auch wenn die Einwohnerzahlen seit kurzem sogar geringfügig abnehmen würden.

"Wir müssen aber vorwärts in die Zukunft sehen", sagt Stoephasius, der sich weiterhin für die Ausweisung neuer Baugebiete einsetzen will: "nur werden die nicht in der Ortsmitte liegen."

Das Wachstum der Gemeinde Adendorf stößt an seine Grenzen
Der Bürgermeister befürwortet ein Zusammenwachsen der beiden Ortsteile Adendorf und Erbstorf, ebenso wie Udo Marzinowski, Umweltbeauftragter der Gemeinde. Ortsplaner Reiner Schild würde lieber neue Baugebiete im Zentrum Adendorfs ausweisen. Dort, so mußten die Podiumsteilnehmer einmütig bekennen, sei allerdings in Kürze nicht mit dem Verkauf der letzten freien, derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Flächen zu rechnen.

Ärgerlich für viele jüngere Adendorfer Bürger, die, so Stoephasius, "gern dort bauen würden, wo sie aufgewachsen sind." Doch die Attraktivität der Gemeinde, ihre hervorragende Infrastruktur, habe eben auch die Grundstückspreise entsprechend steigen lassen. Hasso Ladwig, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Adendorfer Rat, rief deshalb zu mehr Zurückhaltung bei der Ausweisung neuer Baugebiete auf.

Adendorf müsse mit den vorhandenen Grünflächen besonders sorgsam umgehen, betonte er, "wir haben schon jetzt die höchste Bevölkerungsdichte vergleichbarer Gemeinden im Landkreis." Das sieht offenbar ein großer Teil der Adendorfer Bürger ähnlich: bei der alljährlich vom Bürgerverein durchgeführten Umfrage zur Lob und Tadel-Mappe "Löwe und Krug" hätte sich mehr als die Hälfte der Befragten gegen ein Wachstum der Gemeinde bis auf 12.000 Einwohner ausgesprochen, erläuterte dessen Vorsitzender Jürgen Gratzke.

Volker Bergmann, Vorsitzender der Adendorfer Werbegemeinschaft, betonte hingegen die Bedeutung steigender Einwohnerzahlen für Handel, Handwerk und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Kaum ein Trost für junge Familien, die in ihrer Heimatgemeinde nach Baugrundstücken oder Häusern suchen. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Adendorf eines Tages wieder abflauen könnte. -aj-
10.05.2001
 
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