Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (SPD) verärgert Bürgerverein Ochtmissen
Stellv. Landrätin Monika Schumann-Schilling (F.D.P.) verlangt Richtigstellung zum Vorwurf der Behindertenfeindlichkeit

 
Die Stimmung auf der Ortsratsitzung in Ochtmissen am 8. März 2001 war geladen. Nicht nur Ortsratsmitglieder, sondern auch viele der anwesenden (ca. 60) Bürgerinnen und Bürger verlangten die Richtigstellung des gegen Frau Schumann-Schilling und den Bürgerverein Ochtmissen (BVO) öffentlich erhobenen Vorwurfs der "Behindertenfeindlichkeit" durch Ortsbürgermeister Jens-Peter Schulz.

Zur Vorgeschichte: Der Verkauf des "Hänelschen Hofs" Mitte letzten Jahres beschäftigte den Bürgerverein, da sich auch die Lebenshilfe für das Gebäude interessierte, um neben dem "Sonnenhof", einer Einrichtung für psychisch Kranke, ein Wohnheim für geistig Behinderte einzurichten.

Als Vorsitzende des Bürgervereins Ochtmissen hatte Frau Schumann-Schilling einen Brief mit dem Vorstandsbeschluß unterzeichnet, in dem der Ortsverein anregte, zu überdenken, ob eine weitere Einrichtung für Behinderte in diesem "kleinen" Ortsteil entsprechend (auch vom Sonnenhof) angenommen wird, zumal man heute eher eine "Dezentralisierung" empfehle.

Jens-Peter Schultz äußerte zu diesem Zeitpunkt (Juli 2000) keine Bedenken gegen diesen Beschluß und forderte sogar, in dieser Angelegenheit die Interessen des Sonnenhofes zu berücksichtigen. Monate später, die Lebenshilfe hatte längst stadtnähere Objekte ins Auge gefaßt (... jetzt mit Unterstützung von OB Mädge auf dem Gelände der Bundeswehr an der Rabensteinstraße in Lüneburg gefunden!), gelangte dieser "nichtöffentliche" Brief des Bürgervereins, der lediglich an den Ortsrat und Oberbürgermeister Ulrich Mädge gerichtet war, im September 2000 an die Medien.

Ortsbürgermeister Schultz erklärte nun aber in einem nächtlichen Telefonat mit der Lokalpresse, dass er Passagen aus diesem Brief als abscheulich und widerlich empfinde und solche Äußerungen von Frau Schumann-Schilling als diskriminierend und intolerant ansehe. Dieses Telefonat hatte zur Folge, dass Frau Schumann-Schilling, dem Bürgerverein und letztlich der Ortschaft selbst öffentlich "Behindertenfeindlichkeit" unterstellt wurden.

Kurt Lückhoff (CDU) kritisierte sachlich die unerwartete und unüberlegte "Wende" des Ortsbürgermeisters, dessen vereinsschädigendes Verhalten als Mitglied des Bürgervereins und den daraus resultierenden "Schaden" für ganz Ochtmissen. Der Vorstand des Bürgervereins bemängelte dazu, dass Herr Schultz sich dafür zwar später beim Vorstand des BVO und Frau Schumann-Schilling entschuldigt hatte, dieses jedoch nicht in Form einer öffentlichen Erklärung, wie vorher von ihm zugesagt, vor der Sitzung des Ortsrates.

Folglich mußte dieser Punkt wiederholt auf die Tagesordnung, was die Anwesenden noch zusätzlich verärgerte. Mdl. Bernd Althusmann und Monika Schumann-Schilling versuchten deutlich zu machen, dass solche Art des Vorgehens mit diesem sensiblen Bereich nur dazu dienlich ist, Menschen persönlich zu diffamieren, eine Ortschaft zu "spalten" und in Verruf zu bringen.

Auch die Aufforderung an den Ortsbürgermeister, sich dazu zu äußern und zu entschuldigen, fand kein Gehör. Jens-Peter Schultz versuchte zwar mehrfach die anwesenden aufgebrachten BürgerInnen zu "bändigen", ansonsten schwieg er zu der Angelegenheit. Stattdessen sprangen seine Parteigenossen für ihn in die Bresche, was bei den Anwesenden zu völligem Unverständnis führte, da Frau Schumann-Schilling vortrug, dass auch die letzte Erklärung des Ortsbürgermeisters immer noch Bewertungen, wie diskriminierend und intolerant enthielte. -fr-

Kommentar ..."So etwas tut man nicht" ...oder "Hexenjagd" in Ochtmissen Die Stellv. Landrätin Monika Schumann-Schilling war "frau-s-genug" es auf den Tisch zu bringen. " So etwas tut man nicht!

Die Vorgehensweise unseres Ortsbürgermeisters hat nicht nur mich persönlich getroffen, sondern ganz Ochtmissen in Mißkredit gebracht. Jeder Mensch kann unter bestimmten Umständen entgleisen, sollte dann aber den Mut haben, sich dafür zu entschuldigen," forderte Frau Schumann- Schilling. Jens-Peter Schultz war jedoch weder "mannsgenug" eine Erklärung abzugeben, geschweige denn, sich für sein sogar von seinen Genossen bestätigtes Fehlverhalten zu entschuldigen.

Befremdlich bleibt hierbei auch die Tatsache, dass sich die 1. Vorsitzende am internationalen Frauentag auch noch dafür entschuldigen muss, so "naiv" gewesen zu sein, geglaubt zu haben, dass ein "nichtöffentliches" Papier "nicht (unreflektiert)" an die Öffentlichkeit geraten kann!? Da "man" weiß, dass diese Thematik manchmal auch einfach dazu reizt, "mißverstanden" zu werden, mußten die "Initiatoren" der daraus entstandenen Negativkampagne, den Schaden an der betroffenen Person mit einkalkulieren.

Nur niemand hat etwas von einer "Hexenjagd", auch nicht die SPD-Mitglieder des Ortsrates und anderer Ortsteile, die anstelle des eigentlich "zuständigen" Ortsbürgermeisters Rede und Antwort standen und damit die Suppe noch dicker aufkochten! Angelika Frank
 
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