Ständchen für die Ministerin - Renate Künast besucht den Bauck-Hof in Amelinghausen

Amelinghausen. Seit Renate Künast das neu gegründete Verbraucherschutz-
ministerium vor wenigen Monaten übernahm, ist die Politikerin Widerstand gewohnt.

Bis zum Jahre 2010 soll ein Fünftel aller landwirtschaftlichen Betriebe nach ökologischen Richtlinien arbeiten, fordert sie. Doch die von ihr proklamierte Agrarwende stößt längst nicht überall auf Begeisterung. Insbesondere die Interessenverbände werfen der Ministerin hinter vorgehaltener Hand mangelnden Sachverstand vor.

Mit einem Ständchen
Mit einem Ständchen und mit Blumen empfingen die Kinder des Bauckhofes die Ministerin.

"Eines habe ich schon gelernt", schmunzelt die Grünen-Politikerin. "Landwirtschaftsminister werden in Naturalien bezahlt." In Amelinghausen waren es Sonnenblumen, die die Kinder des Bauckhofes der Ministerin am Freitag Abend nach einem kleinen Ständchen überreichten. Und eine Flasche Wein, die Jean-Michel Florin als Gastgeschenk aus Frankreich mitgebracht hatte. Der Franzose ist mit einer Gruppe von 40 Landwirten zu Gast auf dem Bauckhof, um die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise des Demeter-Hofes kennen zu lernen.

Der Bio-Hof hat es auch der Ministerin angetan: "Oh, Sie haben ja noch Pastinaken", schwärmt sie beim Rundgang durch den Hofladen. An der selten gewordenen Zutat sei schon mancher verzweifelt, der Borschtsch kochen wolle, erzählt Künast und probiert ein Stück vom hofeigenen Käse mit Bockshornkleesamen. Die Milch dafür liefern die 40 Kühe, die am anderen Ende des Hofes im Laufstall stehen.

Im Gegensatz zu vielen Kühen in der konventionellen Landwirtschaft tragen die Rindviecher auf dem Demeter-Hof noch ihre Hörner, erklärt Joachim Bauck der Ministerin, die seit der BSE-Krise zur Fachfrau in Sachen Rinderhaltung geworden ist. Statt die Rinder ihrer Hörner zu berauben, schmunzelt Renate Künast, "sollte man manchem Menschen das allzu lose Mundwerk abnehmen." -aj-
29.08.2001

 
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