EP-Jahresrückblick:

Schulden reduziert, Kultur gefördert Fietz: Landkreis arbeitet aktiv am Biosphärenreservat mit

 
Lüneburg. Die Vorbereitungen für den Bau einer Elbbrücke bei Neu Darchau sind im vergangenen Jahr gut vorangekommen, meint Landrat Franz Fietz.

Das laufende Raumordnungsverfahren werde voraussichtlich im Frühjahr des neuen Jahres abgeschlossen sein, das anschließende Planfeststellungsverfahren werde dann noch einmal etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen, erläutert Fietz in seinem Jahresrückblick.

Mit dem Planfeststellungsbeschluss sei somit voraussichtlich im Frühjahr 2003 zu rechnen. Fietz hofft, noch in seiner Amtszeit als Landrat den ersten Spatenstich zum Bau der Elbbrücke tätigen zu können:

<i>Kultureller Höhepunkt des vergangenen Jahres </i>
Kultureller Höhepunkt des vergangenen Jahres waren die Konzerte des Musikalischen Frühlings im Schloßhof Bleckede. Auch im neuen Jahr sind wieder zahlreiche Konzerte geplant.
" Mit der wirtschaftlichen Entwicklung sollte auch die ökologische Entwicklung einhergeh "Dieses Projekt ist dringend notwendig, um das Amt Neuhaus auch wirtschaftlich vollständig zu integrieren und Chancengleichheit im Landkreis Lüneburg herzustellen.en, betont der Landrat. Nach dem Scheitern der Nationalparkpläne habe der Landkreis immer wieder auf die Notwendigkeit des Natur- und Landschaftsschutzes in dieser einmaligen Flusslandschaft hingewiesen.

Für die Kreisverwaltung sei wichtig, die Entwicklung in der Elbtalaue in einer engen und stetigen Abstimmung mit den dort lebenden und arbeitenden Menschen zu planen und voran zu treiben. Fietz erwähnt in diesem Zusammenhang auch den Verkauf des Bleckeder Schlosses an die Stadt Bleckede im Mai vergangenen Jahres.

Mit dem geplanten Besucher- und Informationszentrum im renovierten Schloss werde die Stadt Bleckede und damit auch die gesamte Elbtalaue noch attraktiver für Besucher, die sich über die Schönheiten und Besonderheiten in dieser Region informieren wollen. Wie attraktiv die Elbtalaue insbesondere im Bereich in der Gemeinde Amt Neuhaus schon ist, zeigten die Besucherzahlen des Expo-Projektes "Flusslandschaft Elbe - Wendepunkte".

Das Marschhufendorf Konau, Teil dieses Expo-Projektes, zog in den fünf Monaten der Weltausstellung rund 28.000 Menschen an. Das herausragende kulturelle Ereignis im Landkreis war auch im abgelaufenen Jahr der Musikalische Frühling Bleckede. Zum 25. Mal wurden im Schlosshof rund ein Dutzend Konzerte präsentiert.

Eine Premiere war hingegen der Internationale Kompositionswettbewerb, an dem sich 29 junge Komponistinnen und Komponisten aus 13 Ländern beteiligten. Die Uraufführung des preisgekrönten Werkes "My life had stood" von Nicky Marinic im Schlosssaal wurde vom Norddeutschen Rundfunk aufgezeichnet und in Radio 3 gesendet. Derzeit laufen schon die Vorbereitungen für den Musikalischen Frühling 2001. Vom 19. bis zum 29. Mai sind Konzerte mit der NDR Radiophilharmonie, der WDR Philharmonie, dem Scardanelli Quartett und vielen anderen Künstlern geplant. Der Vorverkauf wird im Frühjahr beginnen.

Eine weitere kulturelle Einrichtung des Landkreises Lüneburg feierte im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Bestehen: die Künstlerstätte Bleckede, drei Ateliers die in einem Nebengebäude des Bleckeder Schlosses, der sogenannten Remise, errichtet wurden. 84 Künstlerinnen und Künstler lebten und arbeiteten in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der Künstlerstätte.

Werke und Arbeiten aus der Künstlerstätte Bleckede zieren auch die Wände in Fluren und Büros der Kreisverwaltung: "Das trägt zum guten Betriebsklima bei", ist sich Fietz sicher. Sorgen bereitet dem Landrat hingegen die finanzielle Situation des Landkreises: Einen Schuldenberg von rund 110 Millionen Mark schiebt der Kreis vor sich her. "Das fordert scharfe Gegenmaßnahmen geradezu heraus." Kreistag und Kreisverwaltung arbeiteten hier Hand in Hand.

So seit es gelungen, die Vorgabe der Bezirksregierung Lüneburg als Aufsichtsbehörde einzuhalten, den jährlichen Überschuss der Ausgaben über die Einnahmen weiter herunterzufahren. "Aber rund 12,3 Millionen Mark sind noch immer eine erschreckende Summe." Vor dem Hintergrund, dass dieser Betrag im Jahr 1997 noch bei 33 Millionen Mark gelegen habe, werde aber sichtbar, welche Anstrengungen der Landkreis Lüneburg zur Haushaltskonsolidierung schon unternommen habe:

"Wir sind auf dem richtigen Weg", meint Franz Fietz. Auch wenn der Kreis viele Rahmenbedingungen nicht selbst bestimmen oder beeinflussen könne wie zum Beispiel Entscheidungen zur Steuerreform, müsse dieser Weg auch in den nächsten Jahren weiter gegangen werden, um letztlich zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen. "Unsere Generation muss für die Schulden gerade stehen", betont der Landrat, "nicht die unserer Enkel." -aj-
10.01.2001
 
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