Ein Deich für Alt Wendischthun

 
Bleckede. Was wäre wenn....? Diese Frage stellten sich zwischenzeitlich viele Bürger rund um das Hochwassergebiet der Elbe.
In Alt Wendischthun trafen sich die Bürger, initiiert von einer Bürgerinitiative, mit dem Bürgermeister Ludger Bisping, und Johannes Hilmer, NLWK, die für den Artlenburger Deichverband die Deichplanungen vornimmt. Wolfgang Frey, Sprecher der BI, begrüßte die Anwesenden in einem bis auf den letzten Platz besetzten Saal der Gaststätte Storchenkurve.
Eines wurde gleich von Anfang an deutlich, es ging nicht um Schuldzuweisungen, Versäumnisse und ähnliche Dinge, sondern um eine konstruktive Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik zur Lösung der Deichsituation in Alt Wendischthun.
Hilmer verdeutlichte die bisherige Entwicklung in Richtung Deichbau, der bis zur „Wende“ zwischen Hohnstorf und Bleckede stark forciert und abgeschlossen wurde. Für den Bereich um Alt Wendischthun wurden ebenfalls Pläne erstellt.
Er machte den Bürgern klar, daß der Deichbau keine Sache von „heute auf morgen“ ist, sondern in einem Zeitraum von frühesten 3 Jahren, im schlechtesten Fall in 6 Jahren realisiert werden kann.

Karte: "Alter Deichverlauf"

Die Kosten für den Deichbau übernimmt der Bund mit 60% und das Land mit 40%. Die spätere Deichpflege wird vom Artlenburger Deichverband übernommen, wobei die Anwohner mit einer Deichabgabe diese Pflege zahlen müssen. Die Kosten richten sich nach dem Wert der geschützen Gebäude/Grundstücke. Zur Zeit zählt Alt Wendischthun noch nicht zum Artlenburger Deichverband.

In einem Punkt waren sich die Beteiligten einig, ein Deich muß gebaut werden und hinter dieser Aussage steht auch die Stadt Bleckede, wie der Bürgermeister versicherte.
Zitat: „Wir werden alle nötigen Schritte unternehmen um das Verfahren zu beschleunigen. Ein Deich muß her.“ Hilmer: „12 Mill. Euro wurden vom Land für die Deichsicherungsmaßnahmen eingeplant. Die ersten Schritte sind jedoch, daß ein Träger für Planung, Planfeststellung und Mittel beauftragt wird. Im Anschluß werden die Erhebungen vorgenommen.

Das Rechtsverfahren für die Deichmaßnahmen könnten im nächsten Jahr erfolgen. Für die Verträglichkeitsstudie werden ca. 2 Jahre eingeplant. Letztlich ist die Frage wieviel rechtliche Eingaben zum Deichbau von den Anwohnern gemacht werden.“ Auf die Frage der Verfahrentechnik, in Bezug auf den Deichbau, z. B. statt eines „normalen Deiches“ mit Spundwänden zu arbeiten, sagte der Deichfachmann aus, daß dieses Verfahren unrealistisch ist, da die Spundwände in der nötigen Länge (ca. 24 mtr.) nicht hergestellt werden können.

Eines ist bei der Versammlung auch deutlich geworden, daß bei derartigen Pegelständen der Deich in Alt Wendischthun auch die Stadt Bleckede schützt. Denn der Innenstadtbereich liegt niedriger als die Straße Bleckede-Alt Garge. Somit würde Bleckede vom rückwärtigen Gebiet aus volllaufen.

Zum Abschluß kündigte Volker Fritz an, daß für die „Alt Wendischthuner“ am kommenden Sonntag, 22. September, um 11.00 Uhr eine „Hochwasserparty“ stattfinden wird. Alle Wendischthuner mit Ihren Freunden und Verwandten sind herzlich willkommen. Die Feier findet auf dem Grundstück der Familie Wiswe im Schiedenitzweg statt. Für die Speisen sollte jeder bitte selbst sorgen. Und wenn jeder etwas mitbringt, dürfte das Buffet entsprechende Ausmaße erreichen. Für Getränke und Musik ist gesorgt.
Also „Alt Wendischthuner“ nach der Arbeit kommt das Vergnügen und wer noch mitten in den Aufräumarbeiten steckt, der kann zumindest eine Pause vertragen. Viel Spaß hierzu wünscht die Elbmarsch-Post. -wh-
18.09.2002

 
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