Putenfarm Neetze!?
Putenmastanlage in Neu Neetze:

 
Bislang überhaupt noch nichts entschieden
Neu Neetze.
Der staatlich geprüfte Landwirtschaftsleiter Ulf Gustafsen plant, auf seinem Hof in Neu Neetze eine Putenmastanlage zu errichten. Die Elbmarsch-Post sprach mit dem 37-jährigen Landwirt,
der die ganze Aufregung gar nicht so richtig nachvollziehen kann.
Fakt ist, daß er vor dem Hintergrund von BSE und MKS und dem damit u. U. einbrechenden Markt entgegenwirken und so die Zukunft seiner Familie, seines Hofes und seiner Mitarbeiter sichern will.
Da wird nach Alternativen gesucht, und als die biete sich die Putenmast an. Damit einhergehen solle jedoch keineswegs die Gefährdung von Mensch und Natur. Er würde seine Frau und seine beiden Kinder, ein drittes ist unterwegs, wissentlich doch keiner gesundheitlichen Gefährdung aussetzen.

Das gleiche gelte für seine Mitarbeiter und alle umliegenden Bewohner. Stand der Dinge ist, daß ein Architekt mit Stallerfahrung Pläne ausgearbeitet habe - mit Berücksichtigung auf das Bundesimmissionsgesetz.
Ulf Gustafsen
Ulf Gustafsen
Wenn die Bauerteiligung genehmigt ist, wird Ulf Gustafsen zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einholen, und erst dann entscheidet er endgültig, ob er diese geplante Anlage baut. Zudem werde die Baugenehmigung vier Wochen öffentlich ausgelegt, so daß jeder Einspruch erheben könne.

Außerdem bietet Ulf Gustafsen eine Busfahrt zu einer Putenmastanlage im Oldenburger Raum an und lädt dazu jeden Interessierten - insbesondere die BI - ein.

Geplant habe er zunächst, im ersten Abschnitt mit 9000 Küken zu beginnen. Die 1-Tage alten Küken werden - geschlechtlich getrennt - angeliefert und werden in ca. 2,50 m Ringe mit einem Durchmesser von 2,50 m gesetzt, ca. 30 Küken in einen Ring. Damit sollen den kleinen Tieren lange Wege zu Futter und Wasser erspart werden. Die Ringe werden zudem beheizt und stehen in einem 16 x 60 m großen Aufzuchtsstall. Darin bleiben die Küken ca. sechs Wochen, dann kommen sie in einen 16 x 90 m großen Maststall. Angedacht ist an den Maststall ein Volierenstall, damit die Tiere auch an die Luft kommen. Das ist bislang noch ein Pilotprojekt, hinter dem auch Greenpeace steht.
Tiere aus dieser Haltung werden mit dem Premiumzeichen ausgezeichnet.

Nach ca. 16 Wochen sind die Hennen, nach 22 Wochen die Hähne schlachtreif. Auf seinem Hof sei das Schnabelkupieren absolut tabu, versichert Gustafsen. Die befürchtete Staubverbreitung bis zu einem Umkreis von 50 km sei absolut nicht nachvollziehbar, und nirgendwo bestätigt, so Gustafsen. Seinen Tieren werden auch keine Medikamente über das Futter verabreicht, es werden Fertigfutter verfüttert, die von der Puten - Erzeugergemeinschaft Ahlhorn bestimmt werden. Das werde auch regelmäßig kontrolliert. Lediglich gegen die Geflügelpest werde präsentiv eingewirkt, jedoch nur unter tierärztlicher Aufsicht. Darüber werde auch laufend Buch geführt.
Und zum Schluß: "Der anfallender Mist wird auf meinen eigenen landwirtschaftlichen Flächen als Düngung verwandt", so Ulf Gustafsen.
-cv-
07.02.2002
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