Stoppt Brandanschlag auf Bahnbrücke den Castor?

Elbmarschpost
 
Hitzacker.
Wenige Wochen vor dem Mitte November erwarteten Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben haben Unbekannte am Dienstag abend einen Brandanschlag auf eine Eisenbahnbrücke bei Hitzacker verübt.

Nach Ermittlungen der Polizei waren ein Traktor und zwei mit Reifen, Stroh und einem 200-Liter-Fass Brandbeschleuniger beladene landwirtschaftliche Anhänger unter die Eisenbahnbrücke gefahren und angezündet worden.
Als Bundesgrenzschutzbeamte auf Kontrollgang gegen 21 Uhr das Feuer bemerkten, schlugen die Flammen schon bis an die Brücke.
Über das Gleis hatten die Täter ein rot-weißes Trassierband gespannt, um den Zugverkehr zu warnen.
Nach Angaben der Deutschen Bahn AG entstand erheblicher Sachschaden.

Auf einer Länge von 15 Metern sind die Schwellen verkohlt, die Schienen müssen ausgetauscht werden.
Derzeit werde untersucht, ob auch die Stahlkonstruktion der -Brücke beschädigt ist. Ein metallurgisches Gutachten soll hierüber in den nächsten Tagen Aufschluß geben.

Sollte die Statik der Brücke beeinträchtigt sein, müssten die schweren Castor-Behälter schon vor Dannenberg auf Lastwagen umgeladen werden.
Wie lange die Reparaturen dauern werde ist offen Das niedersächsische Innenministerium erklärte, für den nächsten Transport mit sechs Castor-Behältern aus Frankreich gebe es keine Alternativstrecke, so daß der für kommenden Monat geplante Atommüll-Transport ins Zwischenlager Gorleben möglicherweise nicht stattfinden kann.

Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht. Der Trecker und die beiden Anhänger gehören einem Landwirt, der die Fahrzeuge bereits vor einigen Tagen als gestohlen gemeldet hatte. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat er mit der Tat nichts zu tun. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Anschläge auf die Bahnstrecke Lüneburg - Dannenberg gegeben.
-aj-

25.10.2001

 
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