Eine Katastrophe für die Stadt |
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Zweiter Castor-Transport in diesem Jahr - Ablehnung im Raum
Dannenberg
jg Gorleben. Am Abend des Tschernobyl-Gedenktages ging die Nachricht über die Sender: Ab 2002 soll jährlich nur ein Castor-Transport mit jeweils zwölf Behältern nach Gorleben rollen, aber in diesem Jahr ist nach Aussage von Ministerpräsident Sigmar Gabriel noch mit einem weiteren Atommüll-Zug ins Zwischenlager zu rechnen, vermutlich im Herbst. Im Kreisgebiet hat diese Nachricht nicht nur innerhalb von Anti-Atomkraft-Initiativen Unmut ausgelöst. Bernard Fathmann (SPD), Bürgermeister der von den Castor-Begleiterscheinungen besonders betroffenen Stadt Dannenberg, erklärte gegenüber der EJZ: Ein zweiter Castor-Transport in diesem Jahr - »das ist für unsere Stadt eine Katastrophe». Zwei Mal im Jahr ein Ausnahmezustand über fast 14 Tage, das halte eine Stadt nicht lange aus. Das sei auch ein absolutes Handicap für wirtschaftliche Entwicklung und Wirtschaftsförderung und nicht zuletzt »eine extreme psychische Belastung für alle Schülerinnen und Schüler», meint Fathmann. Auch nach Ansicht von Dannenbergs Stadtdirektor und Landratskandidat Dieter Aschbrenner (CDU) wäre ein weiterer Transport im laufenden Jahr »eine Überfrachtung der Region». Es sei zu erwarten, dass sich viele Menschen im Kreisgebiet nun wieder primär mit dem Thema Castor befassen und dabei das Engagement für die Entwicklung der Region und ihrer Wirtschaft in den Hintergrund gerate. Die GLW werde weiterhin gegen jeden Castortransport mit Volldampf mobilisieren, kündigt ihr Sprecher Kurt Herzog an. »Schröder ist sich nicht zu schade, ausgerechnet exakt zum 15. Jahrestag des GAU von Tschernobyl nicht nur für 2001 einen weiteren Castortransport anzukündigen, sondern für die folgenden Jahre eine Zwölfer-Pack-Lösung», konstatiert Herzog. Damit setze der Kanzler dem Zynismus der BLG , die ja erklärt habe »dasSystem ist zu dicht», die Spitze auf - und zwar ohne dass auch nur irgendeine Regierungsstelle in Berlin und Hannover zu dem Ausbeulungs-Vorfall an einem der im März angelieferten Castor-Behälter Stellung genommen habe.
Enttäuscht, sowohl über
Niedersachsens Ministerpräsident Gabriel als auch über Bundesumweltminister
Jürgen Trittin sei die UWG, stellte ihr Sprecher Udo Rehbein ges- tern fest. Und
auch er kündigte an: »Wir werden weiter auf die Straße gehen; wir werden
Widerstand leisten.» Der Atommüll-Transport solle so teuer wie möglich werden.
Gegenüber den Kindern und den nachfolgenden Generationen sei es nicht zu
verantworten, was in puncto Atommüll-Entsorgung mit Lüchow-Dannenberg
gemacht werde. |
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