Mehr Angst vor Castor-Gegnern als vorm Castor |
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Rheinsberger befürchten Krawalle / Polizei vorbereitet
Susanne Rost RHEINSBERG. Die Polizei hat eigenen Angaben zufolge Hinweise darauf, dass Kernkraftgegner mit Gewalt versuchen wollen, den für Mai avisierten Castor-Transport von Rheinsberg zu stoppen. Das sagte Castor-Einsatzleiter Uwe Westen bei einer Beratung am Donnerstagabend in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin). So habe die Polizei in einem Wald an der Bahnstrecke einen Unterstand entdeckt, der für 25 Menschen Platz biete und in dem eine mit Nägeln gespickte Keule gefunden wurde. Der Unterstand sei mit einer Fallgrube gesichert gewesen, in die ein Spaziergänger stürzte. Kernkraftgegner würden zudem "aktive Aufklärung" entlang der mutmaßlichen Transportstrecke betreiben, sagte Westen. Seit zwei Wochen seien in Rheinsberg zusätzliche Polizisten stationiert, die das Umfeld des 1990 stillgelegten Kernkraftwerks beobachten. Ihre Zahl soll schrittweise erhöht werden. Gegenwärtig bereitet die Polizei in Rheinsberg auch eine Gefangenensammelstelle vor, in der gewalttätige Castor-Gegner inhaftiert werden sollen. Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen kritisierten die Darstellung der Polizei als "Panikmache". Der Sprecher des Kreisverbandes Oberhavel, Horst Brumm, sagte: "Man kann Chaoten auch herbeibeten." Polizisten würden Spaziergänger kontrollieren, was einer Kriminalisierung gleichkäme. Der kirchliche Umweltkreis Menz nannte die Polizeipräsenz "übertrieben". Pfarrer Reinhard Dalchow rief zu friedlichen Protesten auf. Demos sind für den den 29. April und den 6. Mai geplant. Zu dem Treffen am Donnerstag hatte Rheinsbergs Bürgermeister Manfred Richter (SPD) eingeladen - "in Sorge um eine Wiederholung der Ereignisse beim letzten Castor-Transport in Gorleben". Diese Befürchtung teilen auch Anwohner: "Ich habe keine Angst vor der Strahlung, sondern vor den Chaoten", sagte ein Mann, der an der Bahnstrecke wohnt. "Ich werde mein Haus an diesem Tag nicht alleine lassen." Die Polizei verwies ihn an das Bürgerbüro, das am Donnerstag eröffnet wurde. Friedliche Proteste will die Polizei erlauben - allerdings nicht in unmittelbarer Nähe der Bahnschienen. "Aber es wird möglich sein, in Sichtnähe zum Castor zu demonstrieren." Die vier Behälter mit den 246 abgebrannten Brennstäben sind inzwischen auf den Waggons montiert. "Die Castoren sind abfahrbereit", sagte KKW-Chef Siegfried Schweitzer. Er rechnet damit, dass am 27. April die letzte Genehmigung für den Transport vorliegt.
Der Transporttermin ist noch nicht bekannt, als wahrscheinlich gilt die zweite
Mai-Woche. Nach Informationen der Grünen soll die Castoren am 9. Mai rollen.
(ost.) |
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