Neue Atommüll-Transporte nach Sellafield geplant |
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Atomindustrie will erste Brennelemente noch im April nach
Großbritannien schicken
Hendrik Munsberg BERLIN, 11. April. Nach Wiederaufnahme der Atommülltransporte nach Frankreich will die deutsche Atomindustrie nun erstmals auch wieder abgebrannte Brennelemente in die umstrittene britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield liefern. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" plant das Gemeinschaftskernkraftwerk Neckarwestheim (GKN) für den 23. oder 24. April den Abtransport von drei Nuklearbehältern vom Typ Excellox nach Großbritannien. Die insgesamt 21 verbrauchten Brennelemente stammen vom Meiler Neckarwestheim 1. Die Anlage in Sellafield war Anfang vergangenen Jahres in die Kritik geraten, weil es Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung von Brennelemementen gegeben hatte. Die britische Atomaufsichtsbehörde hatte daraufhin eine umfassende Überprüfung der Betreiberfirma BNFL angekündigt. Wie der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Michael Schroeren, sagte, hat die britische Atomaufsicht dem BMU bereits am 19. Dezember 2000 schriftlich mitgeteilt, dass die BNFL alle Auflagen umgesetzt habe. Damit habe auch das Umweltministerium "keine Versagensgründe" für Transporte nach Sellafield. Schroerens Angaben zufolge sind die Atomfuhren aber noch nicht endgültig genehmigt. Die GKN plant den Termin jedoch bereits fest ein. Der Zug mit deutschem Atommüll für die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ist am Mittwoch im Zielbahnhof Valognes eingetroffen. Hier wurden die Castor-Behälter für den Rest der Strecke auf Lkw umgeladen. Der Transport erreichte den Bahnhof mit dreistündiger Verspätung, nachdem Demonstranten den Zug aufgehalten hatten. Es war der erste Transport mit deutschem Atommüll nach La Hague seit drei Jahren. Die Brennstäbe aus den drei deutschen Atomkraftwerken Philippsburg (Baden-Württemberg), Grafenrheinfeld (Bayern) und Biblis (Hessen) sollten bis zum Wochenende auf dem Straßenweg zur Wiederaufarbeitungsanlage gebracht werden, sagte ein Sprecher der La-Hague-Betreibergesellschaft Cogema. In diesem Jahr erwartet Cogema noch Lieferungen von etwa 200 Tonnen Atommüll aus Deutschland.
Unterdessen teilte das Umweltministerium mit, dass mehrere deutsche
Atomkraftwerke ihre Leistung erhöhen wollen. An vier Standorten seien
Leistungssteigerungen für insgesamt fünf Reaktoren beantragt worden. Dabei
handele es sich um die Kraftwerke Gundremmingen, Isar 1 und Grafenrheinfeld
in Bayern sowie Unterweser in Niedersachsen. (mit Reuters, dpa) |
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