Atommüll-Transport erreicht Etappenziel |
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Wörth/Berlin - Geschützt durch ein Großaufgebot an
Sicherheitskräften hat der erste deutsche Atommülltransport Richtung
Frankreich seit 1998 sein Etappenziel in Rheinland-Pfalz erreicht.
Am Dienstagnachmittag trafen die Behälter aus den Atomkraftwerken Grafenrheinfeld (Bayern), Biblis (Hessen) und Philippsburg (Baden- Württemberg) am Sammelpunkt in Wörth ein. Die Proteste fielen weit schwächer aus als vor zwei Wochen bei dem Transport aus Frankreich in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben. In Wörth sollten die Waggons zu einem Zug zusammengekoppelt werden und den Weg in die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) La Hague fortsetzen. Dort wird er am Mittwoch erwartet. Atomkraftgegner versuchten erfolglos, den Transport der abgebrannten Brennelemente durch Blockaden zu verzögern. Polizei und Bundesgrenzschutz nahmen etliche Protestierer fest. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern waren zusammen über 5000 Beamte im Einsatz. Nach Schätzungen von Greenpeace demonstrierten insgesamt rund 1000 Menschen gegen den Transport nach La Hague. An allen betroffenen AKW-Standorten versuchten Greenpeace- Aktivisten, die Atommüll-Züge zu blockieren. Weitere Demonstrationen wurden für die Weiterfahrt des Transports nach Frankreich angekündigt. Besonders in Baden-Württemberg kam es am Dienstag zu Protesten. Bei Philippsburg kesselte die Polizei rund dreihundert Demonstranten vorübergehend ein. Beim Einsatz von Schlagstöcken wurden mindestens zwei Menschen verletzt. 30 Atomkraftgegner in Baden-Württemberg müssen wegen Blockaden eine «Wegtragegebühr» zahlen. Grüne Bundestagsabgeordnete kritisierten die bundesweit einzigartige Regelung und kündigten in Berlin an, einen Teil der Gebühr übernehmen zu wollen. Die Atomkraftgegner hatten Schienen oder Straßen blockiert und wurden von den Sicherheitskräften weggetragen. In Bayern seilten sich vier Umweltschützer von einer Fußgängerbrücke zu den Gleisen ab, weitere vier ketteten sich mit Stahlrohren an den Schienen fest. Die Aktion wurde von Ordnungskräften nach einer Dreiviertelstunde beendet. In Hessen blieb es weitgehend ruhig. Aus Protest gegen die Transporte behinderten in Göttingen (Niedersachsen) rund 30 Greenpeace-Aktivisten die Ausfahrt eines ICE-Zuges aus dem Bahnhof. Der Zug aus Wörth mit insgesamt fünf Behältern ist die erste Atommüll-Fuhre nach Frankreich seit Verhängung eines Transportstopps durch die alte CDU/FDP-Bundesregierung vor drei Jahren. Grund für den Stopp waren überhöhte Strahlenwerte. Damit die Transporte wieder genehmigt werden konnten, mussten die Kraftwerksbetreiber Auflagen erfüllen. Die Betreiber von Biblis und Philippsburg kündigten für die kommenden Monate weitere Transporte an.
Erst vor zwei Wochen war unter massiven Protesten der erste Transport seit
1997 von La Hague nach Gorleben gerollt. Frankreich hatte neue Transporte zur
WAA La Hague von der Rücknahme deutschen Strahlenmülls abhängig gemacht.
Bundesweit waren rund 30 000 Sicherheitskräfte von Polizei und
Bundesgrenzschutz eingesetzt. Im Wendland rund um Gorleben hatten mehr als
10 000 Menschen gegen den Castor-Transport demonstriert. |
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