Störfall bei Castoreinlagerung in Gorleben

 
Bereits am 2. April hat es bei der Einlagerung der sechs Castoren im Brennelementzwischenlager einen Störfall gegeben, den die Betreiberfirma als bedeutungslos unter der Kategorie "N" der Atomaufsicht, dem niedersächsische Umweltministerium, meldete. Demnach war die Bodenplatte des 5. Behälters als Folge eines erhöhten Druckaufbaus im Bereich der Neutronenmoderatoren deformiert. Die Herstellerfirma GNS spielt den Vorfall herunter, Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg wertet das Ereignis vollständig anders. Probleme mit der Ausdehnung der Neutronenmoderatoren, die in die Behälterwand der Castoren zwecks Strahlenminimierung eingelassen sind, waren seit langem bekannt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte deshalb verfügt, dass die Wärmelast der Behälter drastisch reduziert werden müsse, weil das Ausdehnungsverhalten der Moderatorstäbe falsch berechnet war.

Offensichtlich findet mit jedem Transportvorgang ein großes Experiment mit ungewissem Ausgang statt, diesmal sei die Wärmelast nur abgeschätzt worden, folgert die Bürgerinitiative. "Man kann dehalb nur von Glück sagen, dass der Behälter keinen Belastungen wie bei einem Aufprall ausgesetzt war, denn der Druckaufbau in den Bohrungen der Behälterwand führt zur mechanischen Instabilität", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. "Ist die Zuverlässigkeit der Betreiber erst dann dahin, wenn bei einem Zwischenfall auch Radioaktivät austritt?" fragt die BI.

Ehmke: "Die Atomaufsicht soll den Laden endlich dicht machen!" Aber auch das BfS müsse sich kritische Fragen gefallen lassen, denn von dort aus gab es nach langer Debatte um dieses Problem trotzdem grünes Licht für den Transport.
(Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.)
06.04.2001

 
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