Atommüll-Transport erreicht am Nachmittag Bahnhof Dannenberg

 
Lüneburg. Der größte Atommüll-Transport hat Mittwochmittag, 13. November, Lüneburg passiert. Um 12.45 Uhr fuhr der Zug mit den zwölf Castor-Behältern auf dem Weg von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben im Wendland durch den Lüneburger Westbahnhof. Es kam nur am Rande zu kleineren Störakionen.

Allerdings hatte sich der Zug auf dem Weg von der französischen Grenze bis nach Lüneburg durch Aktionen von Atromkraftgegnern um mehrere Stunden verspätet.

Nördlich von Lüneburg wäre es bei einer Gleisblockade beinahe zu einem schweren Unfall gekommen, wenn nicht Beamte schnell eingegriffen hätten. Die Polizei: Der ICE 71 "Helvetia" kam nur knapp vor einer Blockade von 27 Personen zum Stehen. Beamte des Bundesgrenzschutzes und der Landespolizei mussten die Protestgegner förmlich in letzter Sekunde von den Gleisen pflücken. Gegen alle Personen wird ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Der Atommülltransport mit 12 Castoren fährt durch Lüneburg
Der Atommülltransport mit 12 Castoren fährt durch Lüneburg

Der Castor-Zug erreichte kurz vor 17 Uhr die Verladestation in Dannenberg. Dort werden die Atommüll-Behälter von den Zug-Waggons auf Spezial-Lkw umgeladen und ins 18 Kilometer entfernte Gorleben gefahren. Vom Mittag an verstärkte sich der Protest im Wendland. Vor allem in Hitzacker, das an der Castor-Strecke liegt, sammelten sich die Atomkraftgegner.

Unterdessen hat das Verwaltungsgericht Lüneburg die neuen Auflagen der Stadt Lüneburg für die Demonstration bestätigt, die Mittwochnachmittag in der Innenstadt mit rund hundert Demonstranten begann. Die Stadt hatte die Demo-Route geändert, den Stadtring ausgeschlossen, weil bei der ersten Protestkundgebung am Montag trotz Verbots mehrere Zwischenkundgebungen auf dem Stadtring abgehalten worden waren.
(sp)
13.11.2002

 
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