Begleitet von starken Protesten erreicht CASTOR Dannenberg

 
Knapp 45 Stunden nach seiner Abfahrt im französischen Valognes hat der Castor-Transport nach Gorleben gegen 16 Uhr den Verladebahnhof Dannenberg erreicht. Etwa 1000 Demonstranten begleiten die Ankunft des Atommüll-Transports mit einer Protestkundgebung, die zur Stunde noch andauert. Unterdessen haben sich in Splietau rund 700 und in Laase etwa 400 Menschen zu Sitzblockaden versammelt.

Nach weitgehend unbehinderter Fahrt durch Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen, ist der Atommüll-Transport am frühen Morgen mehrfach gestoppt worden. In Niedersachsen nahm der Widerstand gegen den CASTOR spürbar zu. Auf den letzten Kilometern seiner Strecke wurde der Transport von einer Vielzahl an Anti-CASTOR-Aktionen begleitet.

Erneut Ankettaktionen
Kurz vor Lüneburg und in Tangsehl musste der Castor-Transport wegen Ankettaktionen stoppen. Gegen 10 Uhr unterbrach er bei Bardovick nördlich von Lüneburg für etwa 15 Minuten seine Fahrt. Dort hatten sich zwei Anti-AKW-AktivistInnen mit einem Rohr an die Schienen gekettet. Bei Tangsehl scheiterte eine weitere Ankettaktion nur knapp. Drei AktivistInnen wurden dort gegen 14.00 Uhr von der Polizei in Gewahrsam genommen. Auch an dieser Stelle stand der Transport für etwa 15 Minuten.

Blockaden nahe Lüneburg
Außerdem fanden in der Nähe von Lüneburg und an der Schienen- und Straßenstrecke nach Dannenberg und Gorleben weitere Aktionen statt. Bereits gegen 7.40 Uhr blockierten in Lüneburg-Goseburg mehr als 100 Anti-Akw-AktivistInnen etwa eine halbe Stunden lang die Schienen, wodurch ein ICE an seiner Fahrt gehindert wurde. 23 Personen nahm die Polizei in Gewahrsam. Am Westbahnhof versammelten sich mehr als 40 DemonstrantInnen zu einer Protestkundgebung. In Dahlenburg beteiligten sich etwa 100 Personen an der Aktion "Schneckenplage" und behinderten etwa für zwei Stunden die Durchfahrt der Polizei durch die Stadt. Dabei wurde auch ein leerer Gefangenentransporter aufgehalten.
Östlich von Dahlenburg versuchten knapp 300 Atomkraft-GegnerInnen gegen Mittag auf die Transportstrecke zu gelangen. Sie wurden von der Polizei jedoch abgedrängt.

Tausend Menschen "WiderSetzen" sich
Bei Splietau gelangten etwa 1000 Menschen bei der Aktion "WiderSetzen" auf die Straßenstrecke. An der Blockade, die von etwa 9.00 bis 12.30 dauerte, beteiligten sich auch mehrere Dutzend Trecker. Die Räumung der Polizei wurde von TeilnehmerInnen als "brutal" bezeichnet. Bei dem Einsatz von Hunden durch die Polizei erlitten mehrere Personen Bissverletzungen.

Schon am Morgen hatten zwei Greenpeace-Aktivisten in Possade die Schienenstrecke blockiert. Mit Tansparenten hatten sie die Bäume erklommen und sich anschließend abgeseilt.
(Pressemitteilung der Agentur 70)
13.11.2001

 
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