|
Demonstrationen in Lüneburg und Karlsruhe/Camps werden bezogen/ Polizeiliche Repression
Demonstration in Lüneburg und Karlsruhe
Am Morgen haben die AtomkraftgegnerInnen im Wendland und der ganzen Bundesrepublik mit Demonstrationen die heiße Phase des Widerstandes gegen den bevorstehenden Atommülltransport eingeleitet.
Am Mittag gab es dann die große Auftaktkundgebung in Lüneburg mit bis zu 10.000 TeilnehmerInnen. Es ging von den Sülzwiesen zum Liebesgrund. Es sprachen verschiedene RednerInnen vom Komitee für Grundrechte und Demokratie", BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), MAUS eV. (Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz Bremen) und X-Tausendmal quer.
Auf der Demo wurde u.a. gegen die Verbotsverfügung der Bezirksregierung für die Castorstrecke demonstriert. Nach Beendigung der Kundgebung zogen ca.200 Menschen durch die Lüneburger Innenstadt, um ihrer Forderung nach dem "sofortigem Ausstieg aus der Atomenergie" Gehör zu verschaffen. Die Stadt war den gesamten Tag von einem Aufgebot mehrerer tausend PolizistInnen besetzt.
Auch in Karlsruhe demonstrierten ca. 700 Leute gegen Atomenergie und den Castortransport.
Camps werden bezogen
Die zwei Camps entlang der Schienenstrecke haben ihre letzten Vorbereitungen abgeschlossen; die Versammlungszelte sind aufgebaut. Sie liegen in Tosterglope-Köhlingen und Hitzacker.
Mehrere andere Camps sind nach mehrfachen gerichtlichen Genehmigungen letztendlich von der Polizei verboten. Die Unterkunft und Verpflegung der Demonstrierenden wird nun von Infopunkten organisiert. Solche Infopunkte gibt es an der gesamten Schienen- und Straßenstrecke. Unter dem Motto: "Wir lassen unsere Gäste nicht im Regen stehen" werden die angereisten ProtestlerInnen in Scheunen und Wohnhäusern untergebracht.
Polizeiliche Repression
Von Anfang an scheint die Polizei einen konfrontativen Kurs zu fahren. Zwei Busse aus Berlin, die zur Demonstration nach Lüneburg fuhren, wurden um 9.30 Uhr kurz vor der Stadt angehalten. PolizistInnen in Kampfausrüstung stürmten beide Busse ohne Angabe der Gründe und brachten die rund 50 InsassInnen nach einigen Stunden in die Gefangensammelstelle Neu-Tramm. Dort mussten sich alle durchsuchen lassen und einige der Festgesetzten mussten sich bis auf die Unterwäsche ausziehen. Nach langwierigen erkennungsdienstlichen Behandlungen wurden die Personen am Nachmittag freigelassen. Auch die Kriminalpolizei gab kein Grund für diese polizeiliche Maßnahme an. Letztendlich wurde der Übergriff damit begründet, daß der Verdacht bestanden hätte "gewaltbereite Autonome" würden in den Bussen mitreisen.
Immer mehr Menschen berichten davon, dass vor ihren Häusern, in denen sie Menschen Unterkunft bieten, PolizistInnen positioniert sind und jedes Ein-und Ausgehen beobachten. Anti-Atom-AktivistInnen werden auf Schritt und Tritt verfolgt. So wurde auch eine 30-köpfige Fahrradkarawane auf ihrem Weg von Lüneburg nach Dahlenburg am Abend von der Polizei durch Personalienkontrolle und Durchsuchung von Gepäck und Kleidung über eine Stunde lang angehalten.
(Pressemitteilung Agentur 70)
11.11.2001 |