Anti-Castor-Camp in Govelin von Bezirksregierung verboten

 
Anmelder leitet Eilverfahren ein/ Polizei verweigert Volxküche Stellfläche

Die Bezirksregierung Lüneburg hat am Donnerstag wenige Minuten vor seiner Eröffnung das Anti-Castor-Camp in Govelin verboten. Das wurde dem Anmelder des Camps, Dr. Dietrich Mackrodt, per Fax mitgeteilt. Die Behörde begründete den Schritt mit einer „neuen Erkenntnissen zur Gefahrenprognose“.

Der Anmelder Dr. Dietrich Mackrodt hat gegen das Verbot Widerspruch eingelegt. Mit einem Eilverfahren soll das Anti-Castor-Camp nun auf rechtlichem Weg durchgesetzt werden. „Die diffamierende und diskriminierende Argumentation stützt sich auf behauptete aber nicht dargelegte Erkenntnisse.

Kein Wort wird allerdings dazu verloren, dass wir unser Versammlungsrecht wahrnehmen, um für das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit einzutreten. Also eine offenbar interessengesteuerte Wahrnehmung der Realität: Sicherung der Profite einer unsere Grundrechte bedrohenden global agierenden Industrie.“

Am Donnerstag 15.00 Uhr sollte das Protest-Camp in der Nähe von Metzingen eingeweiht werden. Der angereisten Volxküche wurde zugesagt, einen Platz in Metzingen beziehen zu dürfen. Nach dem Ende einer „Kleinen Demonstration für Gastfreundschaft und gegen Polizeiwillkür“ und der Abreise von etwa 80 AtomkraftgegnerInnen wurde die Genehmigung für die Volxküche zurück genommen. Dies geschah auf Anweisung des Gesamteinsatzleiters Reime, obwohl diese Entscheidung nicht der „Gefahrenprognose“ des örtlichen Einsatzleiters Kaminski entsprach, wie der auf Anfrage erklärte.

Der Anmelder des Govelin-Camps Mackrodt erwartet eine Entscheidung im Camp-Eilverfahren am Freitag. „Alle unsere Gäste sollen wissen: Wir lassen niemanden im Regen stehen. Alle, die unser Anliegen gegen den Castor-Transport unterstützen, werden im Wendland eine Bleibe finden.“
(Pressemitteilung Agentur 70)
08.11.2001

 
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