| April 2004
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Aktuelles aus Lüneburg |
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Lüneburg, Zentrum der Pfeifenwelt
Ausstellungseröffnung "Tabak und Tonpfeifen im
südlichen Ostseeraum und in Schlesien" im Ostpreußischen Landesmuseum
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Am 30. April 2004 eröffnete Dr. Ronny Kabus die Ausstellung "Tabak und Tonpfeifen im südlichen Ostseeraum und in Schlesien", konzipiert von dem internationalen Arbeitskreis Tonpfeifen und der Lüneburger Stadtarchäologie.
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Gleichzeitig wurde das 18. Treffen des Arbeitskreises Tonpfeifen eingeläutet. Diese internationale Tagung vom 30. April bis zum 02. Mai 2004 in Lüneburg verbindet den Ausstellungsgedanken mit gleichzeitiger wissenschaftlicher Auseinandersetzung.
Bemerkenswert ist, dass die Macher, Dr. Martin Kügler und Ralf Kluttig-Altmann M.A. vom Arbeitskreis Tonpfeifen, Dr. Edgar Ring, Lüneburger Stadtarchäologie und Dr. Ronny Kabus, Museumsdirektor im Ostpreuß- ischen Landesmuseum, allesamt Nichtraucher sind.
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 Von links nach rechts: Dr. Martin Kügler, Dr. Edgar Ring, Ralf Kluttig-Altmann, Bernd Fischer, Dr. Ronny Kabus
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| Die vielen Besucherinnen und Besucher der Ausstellungseröffnung zeigten großes Interesse an der Geschichte des Tabaks und der Tonpfeifen. Das verwundert nicht, da die Tonpfeifen und das Rauchen im 17. und 18. Jh. in engem Zusammenhang mit der allgemeinen kulturgeschichtlichen Entwicklung stehen. |
 Ralf Kluttig-Altmann aus Leipzig, gibt zusammen mit Dr. Martin Kügler die Fachzeitschrit "KnasterKOPF" heraus. |
Ralf Kluttig-Altmann M.A. aus Leipzig führte in die Ausstellung ein:
Tabak kam aus dem neu entdeckten Amerika zu uns und schon im 16. und 17. Jh. sind Tonpfeifen mit dem Rauchen untrennbar verbunden. Sie hielten sich bis weit ins 20 Jh. hinein. Vieles kann von ihnen abgelesen werden, sie sind ein archäologisches Zeugnis.
Bei jeder Stadtkerngrabung werden tönerne Tabakspfeifen geborgen. Sie verraten mit ihren Verzierungen und Herstellungsarten viel über ihre Herkunft. Oft kann man diesen Alltagsgegenstand des 17. bis 20. Jahrhunderts auf wenige Jahre genau datieren, so dass die Tonpfeife für den Neuzeitarchäologen zu einem Leitfossil geworden ist, mit dessen Hilfe er Begleitfunde besser einordnen kann.
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Weiterhin ist die Tonpfeife ein Knotenpunkt zwischen den Fachgebieten Archäologie, Volkskunde, Kultur-, Wirtschafts-, Handwerks- und Drogengeschichte.
Als einzige deutschsprachige archäologische Fachzeitschrift widmet sich der "KnasterKOPF" diesem bedeutenden Fundgut. Weitere Informationen hierzu gibt es bei www.knasterkopf.de.
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Die Ausstellung zeigt ein buntes und vielfältiges Bild zu Tonpfeifen und Aspekte des Rauchens:
"Tabak kommt nach Europa", "Medizinischer Gebrauch"
"Verbreitung des Rauchens", "Tonpfeife als archäologischer Fund",
"Tonpfeifenhandel", "Pfeifen aus verschiedenen Materialien" sind nur einige Themen der Ausstellung.
Die gezeigten Exponate stammen von vielen verschiedenen Fundorten von Lüneburg bis Tartu (Estland) und weiter im Süden aus Schlesien.
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Die Ausstellung blickt erstmals auf die Entwicklung im südöstlichen Ostseeraum und in Südschlesien. Schlesien war die Heimat bedeutender Tabakfabriken.
Tonpfeifen waren das populärste Hilfsmittel zum Genießen von Tabak bis ins 19 Jh. hinein. Die nordöstliche Ausrichtung des Themas gibt neue Impulse für die Forschung.
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Pfeifenpresse, ca. um 1930 aus dem Keramik-Museum Westerwald
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Die Lüneburger Exponate und Dokumente stammen aus dem Stadtarchiv, der Ratsbücherei und aus dem Museum für das Fürstentum Lüneburg.
Bürgermeister Fischer hob hervor, dass schon in den 70er Jahren, in Lüneburg bei Ausgrabungen auf Tonpfeifenfunde geachtet wurde, so dass in Lüneburg Hunderte Fragmente von Tonpfeifen existieren. Sie bezeugen das Bild einer norddeutschen Handelsstadt.
Lüneburg produzierte zwar keine Tonpfeifen, das Rauchen spielte indes eine große Rolle.
In Verbindung mit schriftlichen Quellen über die Einfuhr und den Konsum von Tabak lassen sich für Lüneburg genauere Erkenntnisse gewinnen, als es bei den meisten deutschen Städten möglich ist.
Beispielsweise gibt es Belege für "Tabak auf Rezept":
"Wegen seiner medizinischen Wirkung wurde Tabak bis ins 18 Jh. hinein in der Apotheke verkauft. Die Inventaristen der Lüneburger Ratsapotheke verzeichnen erstmals 1624 "Tabacum".
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| Der Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war die Pfeifenpresse aus dem Keramik-Museum Westerwald. Mit Hilfe dieser Presse konnten sich die Besucherinnen und Besucher eine Pfeife aus Ton herstellen. |
Der angekündigte Katalog zur Ausstellung wird bis zum 11. Juni 2004 erscheinen. Denn am 11. Juni laden die Veranstalter um 19.00 Uhr zu einem "Tabakskollegium" in die "Kronendiele" des Kronenbrauhauses ein. Interessenten können sich im Ostpreußischen Landesmuseum melden.
Tabakkollegien haben sich stets der Politik gewidmet. Staatsgeschäfte wurden bei solchen treffen getätigt. Ganz in dieser Tradition soll das Tabakskollegium stehen.
Es ist ein Treffen zu einem Gedankenaustausch über Kultur. (hr - 30.04.2004)
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Die Ausstellung ist vom
01. Mai bis 29. August 2004
im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg Ritterstr. 10, 21335 Lüneburg zu sehen
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr |
Weitere Informationen:
www.ostpreussisches-landesmuseum.de
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