| März 2003
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Aktuelles aus Lüneburg |
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"Zum Gelde drängt doch alles"
Ausstellungseröffnung "Verborgen und wiederentdeckt"
im Ostpreußischen Landesmuseum
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Am Freitag erlebten die Gäste der Ausstellungseröffnung "Verborgen und wiederentdeckt" - Münzfunde
aus dem Museum für Ermland und Masuren in Allenstein/Olsztyn, Polen - im Ostpreußischen Landesmuseum einen gelungen Abend.
Das Ambiente, die wunderschöne, liebevoll konzipierte Ausstellung und die exzellente musikalische
Umrahmung durch das Kammerensemble "Tradition", das vier musikalische Leckerbissen präsentierte…
- es stimmte einfach alles.
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Ladenkasse, Anfang des 20. Jahrhunderts
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Die Ausstellung zeigt 20 Münzfunde, die durch viele weitere ausgesuchte Exponate
wie Geldbeutel, Schatztruhen, Münzpräger, Waagen, 2 Inszenierungen u.v.m., umrahmt werden.
Es dreht sich also "alles rund ums Geld". Die Ausstellung ist zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Wie es dazu kam, erläuterte
Museumsdirektor Dr. Ronny Kabus in seiner Eröffnungsrede.
"Zum Gelde drängt doch alles". Geld hat die Menschen schon immer, früher und heute, interessiert,
so dass es nicht verwunderlich ist, das sich auch Museen dem Thema Geld annehmen,
"insbesondere bei den heutzutage immer klammer werdenden Kulturkassen", so Dr. Ronny Kabus.
"Wie mit dem Einkommen auskommen?". Ohne diverse Sponsoren, wie das Land Niedersachsen,
der Sparkasse und der Freunde des Ostpreußischen Jagdmuseums e.V., wäre diese Ausstellung
nicht zustandegekommen.
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| Die eigentliche Wurzel dieser erstmaligen Präsentation in Deutschland, liegt aber
ca. ein Jahr zurück. Die Ausstellung, die ja ihren "Sitz" im Museum für Ermland und Masuren in
Allenstein hat, begeisterte Dr. Ronny Kabus so sehr, dass er die Ausstellung gerne im Ostpreußischen
Landesmuseum präsentieren wollte. Dank des Entgegenkommens des Allensteiner Museums, wurde die
Ausstellung leihweise nach Lüneburg gebracht.
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Aufgebaut wurde sie von Mitarbeiterinnen und Mitabeitern des Allensteiner Museum, der
Ausstellungsautorin und Leiterin der Geschichtsabteilung im Museum für Ermland und Masuren,
Zofia Januszkiewicz, der Ausstellungsgestalterin Krystyna Wojtaszek-Markunas und des Technischen
Mitarbeiters Slawomir Prot, in Zusammenarbeit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum, insbesondere
der wissenschaftlichen Volontärin Julita Venderbosch.
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Zur Ausstellungseröffnung erschienen auch zahlreiche Gäste aus Hamburg |
| Beziehungen des Ostpreußischen Landesmuseums und des Museums für Ermland und Masuren in Allenstein
bestehen schon seit über 10 Jahren. Seit 1991 besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den
beiden Partnermuseen.
Seither wurden drei Ausstellungen, die im Ostpreußischen Landesmuseum zu sehen waren, gemeinsam
gestaltet. |
 Museumsdirektor im Ostpreußischen Landesmsueum Dr. Ronny Kabus |
"Verborgen und wiederentdeckt" ist die bisher größte, schönste und bedeutendste gemeinsame
Ausstellung, was durch den kulturhistorischen Wert der leihweise überlassenen Objekte sichtbar wird.
Auch der Schau- und Erlebniswert der Ausstellung, nicht zuletzt durch das museumspädagogische
Rahmenprogramm wie das Osterferienprogramm "Schau mal in dein Portemonnaie" (14. bis 17. April)
und der Kinderausstellung "Vom Naturgeld bis zur Plastiktüte" (Leihgabe des Hamburger Kindermuseums
"Klick"), die vom 11. April bis 11. Mai gezeigt wird, ist kaum zu überbieten.
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| Der Generalkonsul der Republik Polen in Hamburg, Dr. Andrzej Kremer, der Grußworte aus
Hamburg überbrachte, würdigte die Ausstellung insbesondere hinsichtlich der fruchtbaren
Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und dem polnischen Museum. Dass die Ausstellung viel
Resonanz erhalten wird, zeigt sich jetzt schon durch die vielen Gäste, die zur Ausstellungseröffnung
aus Hamburg angereist sind.
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| Die Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschen und Polen
ist über 1000 Jahre alt. Ostpreußen, Masuren und Ermland sind auch Teil dieser Geschichte.
"Wer hätte vor 15 Jahren gedacht, dass es eine gemeinsame deutsch-polnische Ausstellung geben würde?".
Der Name der Ausstellung "Verborgen und wiederentdeckt" ist auch übertragbar auf die verborgenen
und nun wiederentdeckten Beziehungen der beiden Nachbarländer. Die Ausstellung ist ein Beispiel dafür,
wie Wiederentdeckung gelebt werden kann.
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Inszenierung, Kaufmannladen, 17. Jahrhundert
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Ausschnitt einer Inszenierung |
"Seit der Wiedervereinigung haben wir die Chance bekommen,
durch politische Rahmenbedingungen, freundschaftliche Nachbarschaft zu pflegen."
(Vertrag über freundschaftliche Beziehungen vom 17.06.1991)
Allerdings muss der Mensch diesen Rahmenbedingungen Leben einhauchen.
Glücklicherweise ist dies auch geschehen. Es bestehen rege "Beziehungs-Entwicklungen"
des Bezirks Lüneburgs mit Regionen in Polen. Auch das Land Niedersachsen pflegt freundschaftliche
Beziehungen zu polnischen Regionen. Gerade dieses Jahr wird es diesbezüglich mehrere Feierlichkeiten
geben. Der Generalkonsul wünschte beiden Museen weiterhin gute Zusammenarbeit.
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| Die Ausstellungsautorin und Leiterin der Geschichtsabteilung
im Museum für Ermland und Masuren in Allenstein/Olsztyn, Polen Zofia Januszkiewicz führte in die
Ausstellung ein: |
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Die Ausstellung wurde für das Museum für Ermland und Masuren in Allenstein konzipiert. Das Museum
befindet sich in einem gotischen Schloss aus dem vierzehnten Jahrhundert. Gebaut wurde es vom
ermländischen Klerusrat als Sitz des Verwalters für die anliegenden Ländereien.
Nikolaus Kopernikus war ein solcher Verwalter. Er wohnte mehr als fünf Jahre im Allensteiner Schloss
und hinterließ dort eine selbstgemalte astronomische Experimentiertafel an der Wand.
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Der wertvollste Schatz aus Zalewo/Saalfeld besteht ausschließlich aus Goldmünzen |
| Heute ist das Schloss Sitz des Bezirksmuseums, das viele Museumsaußenstellen in der ganzen
Wojewodschaft von Ermland leitet. Das Museum für Ermland und Masuren besitzt wertvolle Sammlungen
aus den Gebieten: Archäologie, Naturkunde, Kunstahndwerk, literarische Denkmäler, Ethnographie,
historische Dokumente und auch Numismatik. |
Ausstellungsautorin und Leiterin der Geschichts- abteilung
im Museum für Ermland und Masuren in Allenstein/Olsztyn, Polen Zofia Januszkiewicz (li)
und die wissenschaftlichen Volontärin im Ostpreuß- ischen Landesmsueum, Julita Venderbosch (re)
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Die Münzschätze nehmen einen ganz besonderen Platz ein. Entdeckt wurden sie nach dem Zweiten
Weltkrieg im Gebiet Ermland und Masuren. Insgesamt gibt es zwanzig Münzfunde. Der älteste wurde
nach 1024 verborgen, der jüngste nach 1938.
Der wertvollste Münzschatz stammt aus Saalfeld. Er besteht ausschließlich aus Goldmünzen.
Auch Lüneburger Münzen aus dem 18 Jh. können bestaunt werden.
Die Ausstellung der Münzfunde wird durch Exponate begleitet,
die mit der Geschichte des Geldes verbunden sind: |
| Z.B. eine mittelalterliche Münzprägestelle,
ein Kaufmannsladen, rekonstruiert aus dem 17. Jh., Schatztruhen,Geldbeutel, Sparbüchsen,
Waagen für Münzen, Portemonnaies, Ersatzgeldscheine, Truhen und viele
weitere Objekte.
Zum Andenken kann sich der Ausstellungsbesucher selber einen Jeton prägen. (14.03.2003)
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