"Die Politik stand nie still"
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![]() Konrad Adenauer |
Christian Schleicher, Leiter des Bildungswerkes Lüneburg der Konrad-Adenauer-Stiftung
e.V. konnte sich über das große Interesse an der Festveranstaltung zum
125.Geburtstag von Konrad Adenauer wirklich freuen. Fast 400 Gäste sprengten
beinahe das Fassungsvermögen der Ritterakademie. In den sehr unterschiedlichen Vorträgen und Kommentaren wurde die Person Adenauer als Mensch, als Teil Deutscher Geschichte und als möglicher, heute noch relevanter "Richtungsgeber", für den die Politik nie stillstand, betrachtet und kommentiert. |
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Im Vortrag von Dr. Anneliese Poppinga, der ehemaligen Mitarbeiterin und Vertrauten von Konrad Adenauer, zeigte sich ihre tiefe Verbundenheit mit ihm als Politiker und als Privatperson. | |
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Mit zahlreichen Zitaten und persönlichen Erlebnissen aus ihrem gemeinsamen
Arbeitsalltag vermittelte Frau Dr. Poppinga ein sehr facettenreiches Bild
seiner ausgeprägten Politikerpersönlichkeit. |
![]() Dr. Anneliese Poppinga |
| "der Wert jedes einzelnen Menschen ist unersätzlich"
oder "Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind - es gibt keine besseren",
zeigten deutlich das positive Menschenbild Konrad Adenauers." Dr. Anneliese
Poppinga ging noch weiter: "In seiner Sichtweise, der Mensch neige dazu,
sich von seiner Umwelt treiben zu lassen, anstatt sein Weltbild selbst
zu erarbeiten, beweist sich Adenauers Forderung an den Menschen zum Handeln,
zum Tätigsein. " Durch seine klaren, eindeutigen Aussagen, war die Richtung seiner Politik auch für die breite Masse erkennbar. Durch die Einstellung, "Es ist immer eine Vielzahl von Strömungen vorhanden, man muss diese beobachten und erkennen, um sie zu beeinflussen", gab er einem Hinweis auf seine Persönlichkeitsstärke und nicht unumstrittene Führungsmentalität. Dieses zeigte sich auch in seinem Humor. Frau Dr. Poppinga erntete etliche Lacher aus dem Publikum mit folgender Anekdote: "Auf die entrüsteten Worte eines Abgeordneten gegenüber der "erdrückenden Autorität" des Kanzlers, "Wir können nicht immer nur "Ja und Amen" sagen", entgegnete Adenauer,"mir reicht`s, wenn sie "Ja" sagen!" |
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![]() Prof. Dr. em. Rudolf Morsey |
Prof. Dr. em. Rudolf Morsey von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften
in Speyer, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Leben und Werk Konrad
Adenauers. In dem klar strukturierten Vortrag erläuterte er wesentliche Lebensabschnitte in Adenauers Biographie im Zusammenhang mit seinem politischen Wirken in Deutschland und Europa. |
| "In der neueren Adenauerforschung gibt es mittlerweile sogar
eine Wendung bei den Skeptikern, die Adenauer lange Zeit als national
verengten Politiker angesehen haben. Er war auch kein Vertreter des Nationalsozialismus,
sondern hatte als "Zentrumspolitiker" die Machtbetrebungen der NSDAP völlig
unterschätzt und dafür etliche Zeit, auch zusammen mit seiner Frau (sie
starb später an den Folgen des Gefängnisaufenthalts) in Gefängnissen
verbracht. "Adenauer wollte keine nationalstaatliche Restauration, sondern
das Volk von Grund auf zum Frieden erziehen. Auch am Zustandekommen des
Grundgesetzes war er maßgeblich beteiligt", so die Aussagen von Professor
Morsey. Beim Bau der Mauer wurde ihm politisches Versagen vorgeworfen, da er aus politischen Überlegungen zögerte, sofort nach Berlin zu reisen. Verkannt wurde in diesem Zusammenhang allerdings die Tatsache, dass er die Amerikaner dazu bewegt hatte, sich nicht einfach aus der Affäre zu ziehen, sondern den "Status von Berlin" weiterhin zu sichern. Adenauer kann auch als "Stabilisierer" Europas und Vertreter der sozialen Marktwirtschaft angesehen werden, unabhängig von seiner "Kommunistenfurcht". Seine Bemühungen um die Deutsch-Französische Freundschaft waren in seinem Vertändnis beispielhaft, auch in Hinsicht auf die heutige Zeit," folgerte Rudolf Morsey. |
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| Der Vorsitzende der CDU-Niedersachsen, MdL Christian Wulff
spannte den Bogen zur heutigen Zeit. "Konrad Adenauer hat Deutschland eine Identität gegeben und die Grundlage, ein Leben in Frieden leben zu können. In klarer Sprache, in dem Sinne, was du nicht willst, das man dir tut , das füge auch nicht anderen zu, stellte er Grundregeln für alle auf. Hierbei nahm Christian Wulff bezug auf seine Haltung gegenüber dem umstrittenen Plakat von Laurenz Meyer." Meiner Frau hätte es auch nicht gefallen, wenn ich als Krimineller dargestellt worden wäre! In der heutigen Zeit, wo die "Zuspitzung" eines Sachverhalts sofort in den Medien erscheint, haben im Kontext von Europäisierung und Globalisierung Politiker "glücklicherweise" nicht mehr diese "unkontrolierte" Machtfülle, wie zu Zeiten der "Stunde Null". Adenauer sei hoch anzurechnen, dass er die erhaltene Machtbefugnis für unser Staatssystem verantwortlich und erfolgreich einsetzte, was maßgeblich zu unserem heutigen Wohlstand beigetragen hat. |
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| "Kraftvolle Führung" und wirtschaftlicher Wohlstand standen
bei Adenauer nicht im Gegensatz (Morsey." Wulff kritisierte auch die "Abfälligkeit"
gegenüber der "einfachen" Sprache Adenauers, was in intelektuellen
Kreisen aufgrund seiner "Herkunft aus einfachen Verhältnissen" immer
noch verbreitet ist. "Adenauer war ein Meister der rethorischen Reduktion, er hat die Dinge, die den Menschen wichtig waren, klar und (für alle) verständlich ausgedrückt. |
![]() Christian Wulff, MdL und Vorsitzender der CDU Niedersachsen |
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Er hatte nichts von einem "aalglatten" Politiker, der immer auf Distanz
geht und heute viel zu schnell in Hysterie verfällt. Nach dem Motte,
in der Ruhe liegt die Kraft, sorgte der "Mann der Mitte" mit seinem
christlichen Menschheitsbild für eine "Zusammenführung" von Menschen,
von der die nachfolgenden Generationen und die CDU noch heute profitieren." | |
![]() Friedrich-Otto Ripke | Moderator Friedrich-Otto Ripke, der Vorsitzende des CDU-Bezirksverbandes
Lüneburg, griff den Gedanken an die Wahl auf, vor allem hinsichtlich der
anstehenden Kommunalwahl in Niedersachsen. "Die Gemeindepolitik ist eine Schule für die große Politik. In Adenauers Sinne von "tätig sein", rufe ich sie alle auf, sich daran zu beteiligen!" |
| Für die musikalische Untermalung sorgten Michael Müller (Querflöte) und Joachim Gassmann (Gitarre) Sie spielten Stücke von Mauro Giuliani und Robert de Visée. 29.01.2001 |