Alte Handwerkerstraße in der Lüneburger Altstadt01/02.09.2001 |
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Ist die Alte Handwerkerstraße am Ende...? | |
| Die Alte Handwerkerstraße in Lüneburg hat Tradition.
Seit nunmehr 19 Jahren strömen tausende von Besuchern aus allen Himmelsrichtungen in die alte Salzstadt, um sich in die Zeit der Rennaissance zurückversetzen zu lassen. | |
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Organisiert wird die Alte Handwerkerstraße vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt ALA e.V., ein Zusammenschluß engagierter BürgerInnen zur Rettung und zum Erhalt der historischen Altstadt von Lüneburg.
Info: Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V., Untere Ohlingerstr. 8, 21335 Lüneburg,
Tel.: 04131-31424 u. 34452, Fax.: 04131-37095
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![]() Die Stadtwache... |
| Im Mittelpunkt des Festes steht das Alltagsleben und die Handwerkskunst damaliger Zünfte und Gewerke. Darüberhinaus bevölkern Bauern, Soldaten, Musikanten, Bettler und spielende Kinder die alten Gassen. | |
![]() Curt Pomp - Initiatior und 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA) |
So konnte man auch in diesem Jahr in dem besonderen Flair der Altstadt rund um die Michaeliskirche sich über die verschiedensten alten Handwerke informieren:
Von Lehmbau und Reetdach über Kerzenzieherei, Restauration, Salzsieden, Korbflechten, Weben, Flachsen, Hutmacherei, Schmiedekunst, Töpfern u.v.m. Rundum war die Alte Handwerkerstraße trotz schlechten Wetters auch dieses Jahr gut besucht. |
| Das 20jährige Jubiläum findet allerdings erst in zwei Jahren statt. Curt Pomp,
Vorsitzender des ALA will die Handwerkerstraße "reformieren".
Trotz des "anhaltenden Riesenerfolges" wird es nächstes Jahr keine Handwerkerstraße geben.... Kommentar | |
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Betritt man die Altstadt in Lüneburg, um auf das Fest zu gelangen, muß man als erstes eines der fünf bewachten Tore durchschreiten und einen Wegzoll zahlen...
"Auch das Weib hat sich entsoldet" "Stadtknechte, die Frau hat das Geld, welch Leichtsinn vor dem Herrn..." Johannes Platz und Christian Priegnitz, beide Schüler, sind sehr kreativ, um von Anfang an einen "Zeitsprung" zu ermöglichen. Sie sind nun zum vierten Mal dabei und es macht ihnen nach wie vor Spaß. Sie verraten uns, daß an diesem Wochenende insgesamt 20 Wachen im Einsatz sind. Auch der Scharfrichter läßt sich bei unserem Versuch ihn zu fotografieren nicht lumpen:
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![]() Johannes Platz und Christian Priegnitz haben Spaß bei der Arbeit |
![]() "Scharfrichter" Raymond Cuypers setzt sich für den Erhalt der Altstadt ein |
Frauen mit roten Haaren sollten sich ihm allerdings nicht zeigen, denn es kann passieren, daß frau an den Pranger gestellt wird. Diese mußte dann freigeküßt oder vom "Volk" freigekauft werden. In früheren Zeiten wurden Vergehen wie Hexerei, Zechprellerei, Hurerei, Diebstahl, Ketzerei, Meuterei und Mord wurden von "ihm" geahndet. Der Ausbilder zum Küchenmeister der DAA, Raymond Cuypers will mit seiner Beteiligung an der Alten Handwerkerstraße dazu beitragen, die westliche Altstadt zu erhalten.
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Mit der Vorführung "Tanzeslust für die Patritzier", stellten Schüler der Lüneburger Musikschule, die seit 16 Jahren dabei sind zusammen mit der Historischen Bläsergruppe des Hamburger Konservatoriums (zum zweiten Mal dabei) ihr Können unter Beweis.
Sie begleiteten die Tänze vom Lüneburger Tanzkreis, dem Höfischen Tanzkreis aus Lüneburg unter der Leitung von Frau Pause. Gezeigt wurden Tänze und Musik aus der Rennaissance und dem Mittelalter.
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![]() Schüler der Lüneburger Musikschule und die Historische Bläsergruppe des Hamburger Konservatoriums begleiten Tänze aus der Renaissance |
| Rolf Eggersglüß, Lehmbauer und Reetdachdecker zeigte die Ursprünge des Bauens mit Lehm, Reet und Holz. Er schaffte es aber auch Neuheiten, wie z.B. farbige Lehmputze mit dem Alten zu verbinden. | |
![]() Rolf Eggerglüß wurde tatkräftig von Kerstin und Marlon Brandes beim Lehmstampfen unterstützt |
Er ist übrigens der einzige Handwerker in der Bundesrepublik, der die Kombination Lehm und Reet anbietet.
Interessierte konnten sich somit fachkundig beraten lassen. Anschaulich wurde das alte Handwerk durch den Bau eines Kinderhauses aus Lehm, was nach Fertigstellung dem Kindergarten in Dahenburg gespendet wird.
Auch Rolf Eggersglüß, der bereits zum 10. Mal dabei ist, bedauert, daß die nächste Handwerkerstraße erst in zwei Jahren stattfindet. Er war dieses Jahr einer der wenigen, der Kinder, z.B. durch das Bemalen von Ofenkacheln mit Tierafino-Farben oder das Lehmstampfen, mit einbezog. Er verrät uns, daß früher der Lehm von Schafen getreten wurde, weil sie den "engsten Tritt haben". |
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Die Restauratorin Silvia Castro (Studium in Stuttgart an der Akademie der Künste) ist selbständig tätig und arbeitet seit drei Jahren für den ALA.
"Die Handwerkerstraße bietet durch die angebotene Vielfalt ein einmaliges Forum". Die Besucher haben die Möglichkeit sich über alte Handwerke zu informieren und können sich fachkundig beraten lassen. Das Ambiente rund um die Michaeliskirche bietet die entsprechende Präsentationsmöglichkeit. |
![]() Die Restauratorin Silvia Castro informiert auf der Alten Handwerkerstraße |
| Sie engagiert sich für den neu gegründetetn Verband deutscher Restauratoren, dem VDR, der seine erste Tagung Ende September in Berlin durchführt. Somit bilden die Restauratoren erstmalig ein geschlossenes Sprachrohr gegenüber der Regierung. Restaurator ist kein geschützter Beruf, jeder kann sich so nennen, womit leider in der Vergangenheit schon viel Schindluder betrieben wurde. | |
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Getrocknete Früchte und Obst, Nüsse, Gewürze, lose zu kaufen gab es bei
Rebstock/Naturkost, die auch auf dem Lüneburger Wochenmarkt vertreten sind.
Eine besondere Spezialität boten die zwei Bratwurstbuden, die ehrenamtlich von Mitgliedern des ALA betrieben wurden. Ute Rick verrät uns, daß für die Handwerkerstraße eine spezielle Bratwurstmischung mit vielen Gewürzen und viel Liebe hergestellt wird. Diese einmalige Bratwurst gibt es in der Form nirgendwo zu kaufen. Gereicht wird dazu der Baadische Löwensenf. |
| Sie möchte insbesondere die Kinder begeistern. Ein 11jähriger beispielsweise ist seit 6 Jahren begeisteter Würstchenverkäufer auf der Alten Handwerkerstraße... | |
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Der Kerzenzieher Georg Zaja, Zimmermeister und Berufschullehrer stellt auf der Handwerkerstraße sein Hobby, das Kerzenziehen vor.
Während er die Kerzen gemächlich eintaucht und wieder rauszieht, beantwortet er geduldig die vielen Fragen der begeisterten Zuschauer. Während eines Urlaubs ist er zu diesem Hobby gelangt Ihn faszinierte die Ruhe und Gleichmäßigkeit der Arbeit, die einen meditativen Effekt auf ihn ausübt.
Einstimmig ist das Bedauern und die Trauer über die Pause der Alten Handwerkerstraße bei den Beteiligten und den Besuchern der Alten Handwerkerstraße. Insbesondere die jüngeren Menschen auch Jugendliche wissen schon, daß sie beim nächsten Mal als Wache fungieren wollen oder auf jeden Fall mitmachen möchten... |
![]() Der Kerzenzieher Georg Zaja führt sein Hobby vor |
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Wer nicht genug bekommt von derartigen Zeitreisen sollte sich nächstes Wochenende nach Salzwedel aufmachen...
Am 08/09. September findet der Handwerkerhof in Salzwedel statt, organisiert von der ASA, die in den Anfängen von der ALA in Lüneburg unterstützt wurden. Die ALA wird auch auf diesem Fest (zahlreich) vertreten sein und sich dort beteiligen. Thema in Salzwedel ist nicht die Rennaissance, sondern um eine Stimmung um 1900. Die Veranstaltung findet rund um das Dannaimuseum und die Marienkirche statt. Lassen wir uns überraschen... | |
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Kommentar: Die Handwerkerstraße macht nach 19 Jahren Pause und findet erst wieder in zwei Jahren statt. Curt Pomp, Vorsitzender des ALA will die Handwerkerstraße "reformieren". Trotz des "anhaltenden Riesenerfolges" wird es nächstes Jahr keine Handwerkerstraße geben.... Könnte das der Grund dafür sein, das sich an diesem Wochenende die so berühmte entspannte, angenehme Atmospähre nicht so recht einstellen wollte?, dass es weniger Gaukler, Bettler, Musikanten, Kinder gab, die das Geschehen beeinflußten und das das erste Mal gar keine Tiere die Straßen bevölkerten? (Es kursierte das Gerücht, daß die Maul- und Klauenseuche Schuld am "tierlosen" Fest ist.) Der schon länger bemängelte frische Wind fehlte. Gerade für Lüneburger und zähe Handwerkerstraßenbesucher ist es jedes Jahr das Gleiche.
Die Beteiligten bedauern den Verlust, doch sie gaben sich auch dieses Jahr große Mühe, die Besucher nicht zu enttäuschen...bitte lesen Sie hierzu auch den Artikel!
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